Honduras wählt Präsident unter Betrugsvorwürfen

Die Honduraner sind am Sonntag zu den Urnen gegangen, um in einer äußerst angespannten Atmosphäre, die von Vorwürfen des Wahlbetrugs und einer stark polarisierten Gesellschaft geprägt ist, einen neuen Präsidenten zu wählen.

Die Umfragen zeigen einen knappen Wettstreit zwischen drei Kandidaten: Rixi Moncada von der Regierungspartei LIBRE, dem ehemaligen Bürgermeister von Tegucigalpa Nasry Asfour von der Nationalen Partei und dem Fernsehmoderator Salvador Nasralla von der Liberalen Partei.

Sowohl die Organisation Amerikanischer Staaten als auch die Vereinigten Staaten haben sich besorgt über eine mögliche Einmischung in die Wahlen geäußert. Washington hat gewarnt, dass jede Untergrabung des demokratischen Prozesses Konsequenzen haben wird.

Die Situation hat sich auch durch durchgesickerte Aufnahmen von angeblichen Manipulationsplänen verschärft, die die Opposition als gefälscht und künstlich erzeugt bezeichnet.

Die Wahlen werden auch von logistischen Problemen und einem schwindenden Vertrauen der Öffentlichkeit in die staatlichen Institutionen begleitet. Ein Trio von Kandidaten konkurriert um die Stimmen von 6,5 Millionen Wählern, ohne dass es konkrete Lösungen für die schwerwiegendsten Probleme des Landes - Bestechung, Drogenhandel und Armut - gibt.

Doch das Ergebnis könnte sich auch auf die Außenpolitik auswirken: Zwei Kandidaten erwägen die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Taiwan, was für China eine große diplomatische Umstellung bedeuten würde.

(reuters, hal)