Zufällig entdeckt: Verschollen geglaubtes Rubens-Gemälde für 2,94 Millionen Euro versteigert

Es ist 412 Jahre alt und galt lange als verschollen: Peter Paul Rubens (1577-1640) Meisterwerk „Christus am Kreuz“. Jetzt versteigerte das Auktionshaus Osenat in Versailles das Gemälde des flämischen Barockmalers für einen Preis von 2,94 Millionen Euro – deutlich über dem Schätzpreis von ein bis zwei Millionen Euro.

Der Leiter des Auktionshauses, Jean-Pierre Osenat, hatte das verschollen geglaubte Gemälde im vergangenen Jahr zufällig bei der Inventur einer Pariser Stadtvilla entdeckt, die verkauft werden sollte. Nachdem es gefunden wurde, überprüfte der deutsche Rubens-Experte Nils Büttner das Gemälde auf seine Echtheit. Laut Jean-Pierre Osenat befindet sich das Bild in einem sehr guten Zustand.

Das wiedergefundene Gemälde ist etwa 106 mal 73 Zentimeter groß und zeigt den gekreuzigten Jesus. „Es ist der Beginn der Barockmalerei: Christus am Kreuz wird isoliert, leuchtend und scharf abgegrenzt vor einem dunklen und bedrohlichen Himmel dargestellt“, erklärt Jean-Pierre Osenat das Werk. Im Hintergrund ist die Stadt Jerusalem zu sehen, erleuchtet, aber unter einem Gewitterhimmel. Es dürfte im Jahr 1613 entstanden sein, auf dem Höhepunkt von Rubens Schaffen.

Peter Paul Rubens hatte viele Werke für Kirchen geschaffen. Dieses Bild malte er aber vermutlich für einen privaten Sammler. Im 19. Jahrhundert gehörte es dem Maler William Bouguereau, später den Besitzern des Pariser Stadthauses, in dem es wiedergefunden wurde.