Sparen bis zur Bankrotterklärung im Gesundheitswesen: In Österreich ist das diesjährige Gratis-Impfprogramm für Erwachsene zum Erliegen gekommen, weil die niedergelassenen Ärzte in ihren Ordinationen keine Impfstoffe mehr bekommen. „Grippeimpfstoffe sind aktuell im Bestellshop nicht zu bekommen, und auch die Impfstoffe gegen Pneumokokken und Gürtelrose sind derzeit im niedergelassenen Bereich nicht verfügbar“, bestätigte ÖÄK-Vizepräsident Edgar Wutscher.
Der Grund hierfür sei einfach: „Es können nur so viele Impfdosen verimpft werden, wie eingekauft wurden. Der Bund hat schlichtweg zu wenig Impfstoffe eingekauft beziehungsweise budgetiert“, sagt Wutscher. Hinzu komme, dass der Bestellshop für die Impfstoffe extrem instabil sei und in den Ordinationen weiterhin für große Frustration und Zusatzbelastung sorge.
Die ÖÄK sei jetzt im engen Abstimmungsprozess mit dem Gesundheitsministerium und der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) zur Verbesserung von Bestell- und Auslieferungslogistik, wurde in einer Aussendung betont.
Anfang November sprach das zuständige Gesundheitsministerium von einer hohen Nachfrage nach den neuen Gratisimpfungen gegen Gürtelrose und Pneumokokken und kündigte an, dass noch im Lauf des Monats weitere 70.000 Dosen an Gürtelrose- sowie 25.000 Dosen an Pneumokokkenimpfstoffen bereitgestellt werden.
In den Arztpraxen sind diese offenbar nicht angekommen. Ein weiterer großer Nachschub wurde für Jänner zugesagt.