Die Umfimierung des Polit-Nachwuchses erfolgte nicht ganz freiwillig. Die Jugendorganisation war vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft worden, die AfD selbst hatte nur bedingt Zugriff. Das sollte sich ändern, Parteichefin Alice Weidel forderte den Neuanfang. Die "Generation Deutschland" wurde aus der Taufe gehoben, am vergangenen Wochenende wählte sie ihren neuen 15-köpfigen Bundesvorstand um den neuen Vorsitzenden Jean-Pascal Hohn.
An vorderster Front ist künftig ein Mann aus Österreich dabei: Wendelin Nepomuk Fessl. Der Wiener Burschenschafter, der sowohl Mitglied der AfD als auch der FPÖ sein soll, schaffte im nördlichen deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern einen erstaunlichen politischen Aufstieg.
Er wurde Landesvorsitzender der "Jungen Alternative"(JA), verdiente sein Geld als Mitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Dario Seifert und bis 2022 als Referent für den flügelnahen Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm. Fessl wurde auf der Gründungsveranstaltung der "Generation Deutschland" am vergangenen Wochenende in Gießen mit über 92 Prozent der Stimmen in den Vorstand gewählt. Er selbst bezeichnet sich als "Politikberater & Unternehmer".
Verfassungsschutz aktiv
Allerdings hat der deutsche Staatsschutz den Österreicher seit langem auf dem Schirm. Fessls Äußerungen tauchen in dem 1000-seitigen Bericht des Verfassungsschutzes als Beleg dafür auf, dass die AfD aus deren Sicht als gesichert rechtsextrem einzustufen sei.
Wie dem alten Vorstand der JA werden auch den neuen Führungsmitgliedern der "Generation Deutschland" keinerlei Berührungsängste zur Identitären Bewegung Österreich (IBÖ) um den einstigen Chefideologen Martin Sellner nachgesagt, obwohl dies die Mutterpartei AfD in ihren Statuten untersagt. Aus den Reihen der Identitären stammt die Forderung nach "Remigration", die auch eine Abschiebung deutscher und österreichischer Staatsbürger mit Migrationshintergrund beinhaltet.
Nicht ohne Grund sitzt jetzt ein Wiener im Führungszirkel der "Generation Deutschland". Wendelin Nepomuk Fessl gilt als Bindeglied der Nachwuchskräfte in beiden Ländern.