Das rote Wien in der Finanzkrise: Ludwig erhöht die Hundesteuer von 72 auf 120 Euro pro Jahr
Die von SPÖ und NEOS regierte Stadt Wien bereitet die nächste schmerzhafte Erhöhung zahlreicher Gebühren und Abgaben vor, die ab Frühjahr 2026 schrittweise in Kraft treten sollen.
Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) begründet das Teuerungs-Paket mit gestiegenen Kosten für Infrastruktur, Verwaltung und öffentliche Leistungen. Die Stadt rechnet mit zusätzlichen Einnahmen von mindestens 65,5 Millionen Euro jährlich – ein Betrag, der noch steigen könnte, da einige Tarife erst per Verordnung konkretisiert werden müssen.
SPÖ und NEOS setzen Steuererhöhung um 66,7 Prozent durch
Besonders im Fokus steht die Erhöhung der Hundesteuer: Die aktuellen Tarife stammen aus dem Jahr 1989 und seien seitdem unverändert geblieben, wie Novak betont. Künftig wird für den ersten Hund ein jährlicher Betrag von 120 Euro fällig, statt bisher 72,67 Euro - das ist eine Steuererhöhung um 66,7 Prozent, die nun von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig zugelassen wird.
Das trifft auch viele Senioren hart, die sich ohnehin schon Monat für Monat durch den immer teurer werdenden Alltag kämpfen müssen - und oft nur noch einen kleinen Vierbeiner als treuen Freund haben.
Für jeden weiteren Hund steigt die Abgabe von 109 auf 160 Euro. Ab 2027 soll jedoch ein einheitlicher Tarif von 120 Euro für alle Hunde eingeführt werden. Ausnahmen sind vorgesehen – etwa für Menschen mit geringem Einkommen oder für Hunde, die aus Tierheimen adoptiert wurden. Listenhunde werden weiterhin mit höheren Gebühren belastet.
Die Finanzstadträtin verweist auf die umfangreiche Infrastruktur, die die Stadt für Hunde bereitstellt: Mehr als 200 Hundezonen und Auslaufplätze, teilweise mit Wasseranschluss, sowie 4000 Kotsackerl-Spender. Deren Erhaltung und Ausbau würden erhebliche Ressourcen erfordern, weshalb eine Anpassung der Tarife "unumgänglich" sei.
Kostümierte Ticketverkäufer müssen 106 Prozent mehr bezahlen
Auch andere Berufs- und Lebensbereiche sind betroffen: Personen, die in historischen Kostümen an touristischen Hotspots Eintrittskarten für Konzerte verkaufen, müssen künftig deutlich mehr bezahlen: Die monatliche Abgabe für die Tätigkeit der falschen Mozarts im öffentlichen Raum steigt von etwa 170 auf fast 350 Euro. Das ist eine Steuererhöhung um 106 Prozent. Ebenfalls nach oben gesetzt werden Abgaben für Kanal- und Wasseranschlüsse.
Spürbar wird die Reform auch im Sportbereich: Der Wiener Sportförderungsbeitrag, der über die Eintrittspreise erhoben wird, steigt von zehn auf 12,5 Prozent – ein Plus von einem Viertel. Für Wettfreunde wird es ebenfalls teurer: Die Abgabe für Wettterminals erhöht sich von 350 auf 525 Euro pro Gerät. Damit wächst die Belastung für Wettanbieter um 50 Prozent.
Die Novelle soll noch in diesem Jahr im Landtag beschlossen werden. Nach Ablauf der üblichen Fristen rechnet das Rathaus damit, dass die neuen Tarife im März oder April 2026 wirksam werden. Die Stadt argumentiert, die Erhöhungen seien notwendig, um finanzielle Stabilität zu sichern und Wien weiterhin auf hohem Niveau verwalten zu können.
An den Sozialausgaben für zugewanderte arbeitslose Migranten wird hingegen nur wenig geändert - bei syrischen Familien, die ein monatliches Nettoeinkommen von bis zu 9000 Euro an Sozialhilfegeldern beziehen, wird bisher nur minimal nachjustiert.
(APA/RS)