Starmer: China ist eine Sicherheitsbedrohung, aber der Handel muss weiter ausgebaut werden
Der britische Premierminister Keir Starmer hat davor gewarnt, dass China eine "Bedrohung für die nationale Sicherheit" darstelle, hat sich aber auch für ein stärkeres politisches und wirtschaftliches Engagement Großbritanniens in Peking ausgesprochen. Bei einem Treffen mit Geschäftsleuten sagte er, er glaube, dass enge Handelsbeziehungen im nationalen Interesse lägen.
Starmer erinnerte daran, dass Großbritanniens Annäherung an China im Laufe der Jahre "geschwankt" habe - von der Begeisterung während der so genannten goldenen Ära der Beziehungen bis hin zu einer Periode scharfer Kritik und Spionagevorwürfen. Nach Ansicht des Premierministers ist es an der Zeit für einen "ernsthaften Ansatz", der die einfache Wahl zwischen Annäherung und Isolation ablehnt. "Wir können mit einem Land Handel treiben und uns gleichzeitig schützen", sagte er.
Seine Worte kamen kurz nach dem Scheitern des Prozesses gegen einen mutmaßlichen chinesischen Spion im September, als die Regierung sich weigerte, China als Sicherheitsbedrohung zu bezeichnen. Die chinesische Botschaft in London bezeichnete die Äußerungen Starmers als "unbegründete Anschuldigungen".
Der Premierminister kritisierte die vorherige konservative Regierung für die Verschlechterung der Beziehungen zu Peking und erinnerte daran, dass seit 2018 kein Premierminister mehr Großbritannien in China vertreten habe. Quellen zufolge wird er selbst nächstes Jahr nach China reisen.
Starmer forderte britische Firmen außerdem auf, ihre Geschäftsaktivitäten in Bereichen ohne Sicherheitsrisiken - wie Finanzdienstleistungen, Kreativwirtschaft, Pharmazeutika und Luxusgüter - zu verstärken.
(reuters, lud)