Der Teufel trägt nun auch Versace: Prada finanziert Übernahme mit 1,25 Milliarden Euro

Der italienische Luxuskonzern Prada hat das Traditionshaus Versace vollständig übernommen und damit einen der bedeutendsten Deals der Branche abgeschlossen. Für 1,25 Milliarden Euro gingen die bislang von Capri Holdings gehaltenen Anteile an Prada über. Alle zuständigen Wettbewerbsbehörden hatten zuvor grünes Licht gegeben.

Mit der Akquisition stärkt Prada seine Position auf dem globalen Modemarkt. Zum Konzern gehören bereits Marken wie Miu Miu und Church’s. Versace, 1978 gegründet und nach dem 1997 ermordeten Designer Gianni Versace benannt, war in den vergangenen Jahren unter dem US-Dachkonzern Capri Holdings geführt worden, der auch Marken wie Michael Kors und Jimmy Choo besitzt.

Die Übernahme war lange Gegenstand von Spekulationen, bevor Prada die Pläne im Frühjahr offenlegte. Auch politische Faktoren – darunter US-Zölle – hatten den Prozess gebremst. Der letztlich vereinbarte Kaufpreis blieb unter den zunächst erwarteten 1,5 Milliarden Euro.

Der Führungswechsel bei Versace ging dem Deal voraus: Donatella Versace, jahrzehntelang Kreativchefin, trat im Frühjahr zurück und fungiert seit 1. April als Markenbotschafterin. Neuer Kreativdirektor ist Dario Vitale, zuvor bei Miu Miu tätig. Mit der Übernahme entsteht eines der einflussreichsten Modebündnisse Italiens.