Das Ranking der friedlichsten Länder der Welt: Österreich fällt aus den Top 3

Mit der Friedfertigkeit geht es weltweit bergab - das gilt nun auch für Österreich. Die Republik ist im "Global Peace Index 2025" aus den Top 3 gerutscht, Deutschland rangiert nur auf Platz 20. Das hat auch mit "gesellschaftlichen Spannungen" zu tun.

Wie viele Migranten werden in den kommenden Jahren für ihre teilweise illegale Einreise mit einem österreichischen Pass belohnt? Foto: Reuters

Wie viele Migranten werden in den kommenden Jahren für ihre teilweise illegale Einreise mit einem österreichischen Pass belohnt? Foto: Reuters

163 Länder der Erde hat das Institute for Economics and Peace (IEP) für das Ranking 2025 ausgewertet. Unterm Strich zeigte sich eine deutliche Verschlechterung des Friedens in der Welt. Drei große Bereiche wurden dabei besonders untersucht: Anhaltende nationale und internationale Konflikte, der Grad der gesellschaftlichen Sicherheit im jeweiligen Land sowie der aktuelle Stand der Militarisierung. Diese drei ergeben sich aus insgesamt 23 qualitativen und quantitativen Indikatoren.

Pro Indikator gibt es eine Punktzahl, die in Summe die Gesamtpunktzahl eines Landes und damit das Ranking ergeben. Je niedriger diese ist, desto friedfertiger wird das untersuchte Land eingestuft. Als Säulen der Friedfertigkeit gelten unter anderem solide Institutionen, eine gut funktionierende Regierung, Pressefreiheit, niedrige Korruptionsraten sowie eine geschäftsfördernde Umgebung.

74 Länder haben sich laut diesjährigem Index verbessert (im Vorjahr waren es 65), 87 verschlechterten sich (97 im Jahr zuvor). Österreich gehört zu den Absteigern - allerdings auf hohem Niveau. Die Republik verlor ihren dritten Platz und rangiert inzwischen auf Position 4 (siehe Grafik). Gleich dahinter die Schweiz, auf Platz 9 Slowenien. Unsere tschechischen Nachbarn landeten auf Rang 11, Ungarn besetzt den 17. Rang. Deutschland belegt nur Platz 20.

@Statista 2025

Den Abstieg vieler europäischer Länder wie Österreich erklären die Macher der Studie mit "zunehmenden sozialen Spannungen und schwindendem öffentlichen Vertrauen in seine Institutionen“. Gerade die Umschichtung finanzieller Mittel weg von Beschäftigung, Gesundheitsweisen und Bildung hin zum Militär erhöhe das Risiko, diese Spannungen weiter zu befeuern.

Schlusslicht: Russland löst den Jemen ab

Nachdem Afghanistan den Global Peace Index neun Jahre lang als unfriedlichste Nation der Welt abgeschlossen und im vergangenen Jahr vom Jemen abgelöst worden war, steht in diesem Jahr ein neues Land an der Spitze der unfriedlichsten Länder: Russland. Wegen des anhaltenden Ukrainekriegs ist es zum ersten Mal seit Bestehen des Indexes das am wenigsten friedliche Land weltweit. Gefolgt wird Russland von der Ukraine, dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo und dem Jemen.

Der Nahe Osten und Nordafrika bleiben die unfriedlichste Region der Welt, gefolgt von Südasien. Letztere zeigte 2024 den stärksten Rückgang der Friedfertigkeit, laut GPI vor allem begründet in „repressiven Maßnahmen in Bangladesch und zivilen Unruhen und eskalierenden internen und
grenzüberschreitenden Spannungen in Pakistan.“ West- und Mitteleuropa gelten weiterhin als friedlichste Regionen der Welt, mit acht der zehn friedlichsten Länder. Doch auch hier habe die Friedlichkeit abgenommen, heißt es im Global Peace-Index 2025.