1800 Jahre alt: Römische "Medusa" bei Bau der neuen Standseilbahn in Hallstatt entdeckt

Ein unscheinbares Stück Erde, ein geübter Blick – und plötzlich liegt eine archäologische Sensation vor den Füßen der Bauarbeiter: Bei Grabungen für die neue Standseilbahn auf den Salzberg in Hallstatt ist ein außergewöhnliches römisches Schmuckstück aus dem 2. Jahrhundert nach Christus entdeckt worden. Dienstagabend wurde der winzige Fund feierlich präsentiert: die „Medusa von Hallstatt“.

Nur etwa 1,5 Zentimeter misst der aus Achat gefertigte Kopf, doch seine Bedeutung ist riesig: Landesarchäologe Stefan Traxler spricht von einem der wertvollsten Einzelfunde der römischen Antike in Oberösterreich. Hergestellt wurde das Stück vermutlich in Aquileia, einem der wichtigsten Handelszentren des römischen Reiches. Einst dürfte es den Hals einer wohlhabenden Römerin geschmückt haben – nicht nur als Zierde, sondern als Schutzsymbol, denn der Medusakopf galt in der Antike als mächtiger Abwehrzauber.

Der Fund wirft zugleich neues Licht auf die römische Präsenz im Salzkammergut. Mitte des 1. Jahrhunderts nach Christus errichteten die Römer in Hallstatt eine Siedlung, deren Zentrum im Bereich der heutigen Talstation der Salzbergbahn lag – ein strategischer Ort inmitten des wertvollen Salzreviers.

Ab 2026 erhält die kleine, aber bedeutende Medusa ihren Platz in der Dauerausstellung des Linzer Schlossmuseums.