Brand in Hongkong fordert bereits 159 Opfer, Stadt beharrt trotz Tragödie auf Wahlen

Die Zahl der Todesopfer des tödlichsten Brandes in Hongkong seit Jahrzehnten ist auf 159 angestiegen. Die Polizei bestätigte, dass ein Kind und ein 97-jähriger Rentner unter den Toten sind. Die Suche nach den Vermissten geht weiter, mehr als 30 Personen werden noch vermisst.

Sieben der acht Wohnblöcke des Komplexes, in dem rund viertausend Menschen lebten, sind abgebrannt. Diejenigen, die in dem einzigen unbeschädigten Gebäude wohnten, konnten nur kurz zurückkehren, um ihre persönlichen Gegenstände zu holen.

Viele der mehr als 2 600 Vertriebenen bleiben in Behelfsunterkünften, die sie als unzureichend und weit entfernt von der Grundversorgung kritisieren.

Die Polizei hat 21 Personen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung festgenommen. Die Behörden untersuchen auch mögliche Korruptionsverstöße bei den Renovierungsarbeiten, die das schnelle Ausbreiten der Flammen ermöglicht haben sollen.

Trotz der weit verbreiteten Trauer beharrt die Regierung darauf, dass die Parlamentswahlen an diesem Wochenende wie geplant stattfinden werden. Viele Einwohner sehen darin ein Zeichen von Gefühllosigkeit und mangelndem Respekt gegenüber den Opfern der Katastrophe.

(reuters, swag)