Seit Jahren weist die Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegenüber Christen in Europa OIDAC auf einen stillen, aber unbemerkten Trend hin - die Zunahme von Gewalt, Schikanen und rechtlicher Unterdrückung gegenüber Christen. Die jüngsten Fälle, die auf der Website der Beobachtungsstelle veröffentlicht wurden, bestätigen nur, dass das Christentum, das die geistige und kulturelle Identität Europas seit Jahrhunderten prägt, erneut zum Ziel von Angriffen verschiedenster Art wird.
Dieses Phänomen ist weder isoliert noch zufällig. Es geht auf umfassendere gesellschaftliche Trends, ideologische Konflikte und demografische Veränderungen zurück, die das Gesicht des Kontinents allmählich umgestalten. Wenn Europa seinen Wurzeln treu bleiben will, ist es höchste Zeit, die Ursachen zu benennen, die konkreten Erscheinungsformen der Christenfeindlichkeit zu beseitigen und eine Erneuerung dessen zu fordern, was die Grundlage seiner historischen Stärke war - seine geistige Souveränität.
Nach Ansicht der Beobachtungsstelle gibt es drei Hauptursachen für Angriffe auf Christen, die in Europa mit bemerkenswerter Regelmäßigkeit wiederkehren: den radikalisierten Islam, die linksextreme Ideologie und satanische oder okkulte Gruppen.
Jede dieser Quellen hat ihre eigenen Beweggründe, aber das Ergebnis ist in der Regel das gleiche. Angriffe auf heilige Stätten, Belästigung von Gläubigen oder rechtliche und soziale Sanktionen für Glaubensbekundungen.
Raum ohne Grenzen
In vielen westeuropäischen Ländern ist es eine Realität, dass die zahlreichen Migrationswellen Gruppen mit unterschiedlichem kulturellem und religiösem Hintergrund mit sich gebracht haben, die sich nicht immer harmonisch in den traditionellen europäischen Rahmen integrieren.
In einigen Fällen wurden Angriffe auf Kirchen oder Priester mit radikalisierten islamistischen Personen oder Gruppen in Verbindung gebracht.
Die Ursachen sind vielschichtig, aber eines ist klar: Ein Europa, das seine eigene Identität aufgibt, wird allmählich als ein Raum ohne Grenzen und ohne Selbstachtung wahrgenommen. Eine Kultur, die sich selbst als bloßes Relikt der Vergangenheit sieht, kann ihr geistiges Erbe kaum schützen.
Eine weitere Quelle des Angriffs ist die ideologisierte radikale Linke, die das Christentum als Hindernis für ihre Vision einer "fortschrittlichen" Gesellschaft betrachtet. In ihrem Weltbild ist jeder traditionelle Wert - von der Ehe über den Schutz des Lebens bis hin zur geistlichen Autorität - ein Hindernis auf dem Weg zu einer utopischen Umgestaltung der Gesellschaft.
In der Praxis führt dies zu Manifestationen wie der Zerstörung von Kirchen oder Kapellen bei radikalen Protesten, der Schändung christlicher Symbole, zu dem Druck von Aktivisten, die Meinungsfreiheit von Gläubigen einzuschränken aber auch zu Bemühungen, konservative moralische Haltungen zu kriminalisieren.
Kleinere, aber deutlich sichtbare Angriffe werden von der Beobachtungsstelle im Zusammenhang mit satanistischen oder okkulten Gruppen gemeldet. Diese richten sich oft direkt gegen Symbole des christlichen Glaubens. Vandalismus auf Friedhöfen ist an der Tagesordnung, und das Verunstalten und Umstürzen von Kreuzen wird zum Ritual. All dies gipfelt in Blasphemie in Form von Bibelverbrennungen oder der Schändung von Altären.
Vom Anzünden von Kirchen bis zur Strafverfolgung wegen Gebets
Dabei handelt es sich nicht nur um Einzelfälle. Die Angriffe auf Christen lassen sich in drei Kategorien unterteilen: körperliche Angriffe, Vandalismus an religiösen Gebäuden und rechtliche Repressalien gegen Gläubige.
Die Kirchen in Europa, insbesondere in den westlichen und nördlichen Teilen des Kontinents, waren in den letzten Jahren von einer beispiellosen Welle des Vandalismus betroffen. Zerstörte Kruzifixe, ausgeraubte Heiligtümer, besprühte Fassaden und verbrannte Altäre sind in erschreckendem Maße alltäglich geworden.
In Frankreich zum Beispiel wurden in manchen Jahren mehr als tausend Vorfälle pro Jahr registriert. Diese Taten sind häufig durch Hass, Ideologie oder den nihilistischen Glauben motiviert, dass die sakrale Architektur eine "alte Ordnung" darstellt, die zerstört werden muss.
Eine besondere Form der Unterdrückung sind die rechtlichen Angriffe auf öffentliche Glaubensbekundungen, die noch vor wenigen Jahren absurd erschienen wären. Mehrere Fälle aus Großbritannien und Deutschland zeigen, dass einige Menschen sogar für ein stilles Gebet vor einer Abtreibungsklinik strafrechtlich verfolgt wurden.
Ein konkretes Beispiel ist der Fall von Isabel Vaughan-Spruce, die 2022 verhaftet wurde, weil sie "in Gedanken still betete". Diese Form der "Gedankenpolizei" ist äußerst beunruhigend. Sie zeigt, wie sehr die Toleranz für die öffentliche Äußerung konservativer moralischer Ansichten abgenommen hat.
In einigen Ländern werden konservative Ansichten über Ehe oder Sexualität zu einem Thema, das zu Gerichtsverfahren führen kann. Der Fall der finnischen Abgeordneten Päivi Räsänen, die wegen des Zitierens eines Bibelverses vor Gericht stand, ist einer der bekanntesten.
Der Grund dafür war, dass sie einen Beitrag veröffentlichte, in dem sie fragte, warum die finnische lutherische Kirche offiziell die finnische Pride-Parade unterstützt. Das angehängte Foto enthielt Bibelverse, die homosexuelle Handlungen kritisieren.
Wir sind Zeugen eines Phänomens, bei dem ideologische Gruppen die Macht erlangen, zu bestimmen, welche religiösen Überzeugungen akzeptabel sind und welche nicht mehr.
Einwanderungsfreundliche Staaten als Brutstätten des Christenhasses
Die meisten Vorfälle werden in Ländern verzeichnet, die sowohl eine massive Zuwanderung als auch eine erhebliche Säkularisierung des öffentlichen Raums erlebt haben. Dazu gehören insbesondere Frankreich, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Spanien und Österreich.
Diese Länder sind durch mehrere Faktoren miteinander verbunden. Die Migration hat einen demografischen Wandel verursacht, der zu einer kulturellen Fragmentierung führt. Dies führt ganz natürlich zu einer ideologischen Polarisierung der Gesellschaft. Der politische Wunsch, Minderheitenideologien auf Kosten traditioneller Werte zu berücksichtigen, führt zu einer Relativierung und Ablehnung des christlichen Erbes.
Das Ergebnis ist ein Paradoxon. Die Länder, die für sich in Anspruch nehmen, am "tolerantesten" zu sein, sind am wenigsten tolerant gegenüber eben jenen Christen, die in ihrer Geschichte das Rückgrat der Zivilisation waren. Wenn eine Gesellschaft aufhört, das Christentum als Wertesäule zu betrachten, entsteht ein Vakuum, das von aggressiven Ideologien gefüllt wird.
Im säkularisierten Europa geschieht dies auf dreifache Weise: Das religiöse Vakuum wird durch Radikalismus gefüllt, das moralische Vakuum durch Relativismus und das kulturelle Vakuum durch Ideologien, die die historische Identität Europas ablehnen.
Ein Europa, das nicht mehr an seinen eigenen Wert glaubt, kann weder seine Kirchen noch seine Gläubigen verteidigen. Das ist kein Zeichen des Fortschritts. Es ist ein Zeichen für den Niedergang der Zivilisation.
In diesem Umfeld werden Christen zu leichten Zielen. Nicht weil sie eine Bedrohung darstellen, sondern weil sie das verkörpern, was die moderne relativistische Gesellschaft weder verstehen noch akzeptieren kann: klare moralische Grundsätze, starke spirituelle Überzeugungen und die Fähigkeit, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden.
Genau jener christliche Glaube, der in Europa einst zur Entstehung von Krankenhäusern, Universitäten und sozialen Einrichtungen geführt hat, wird heute paradoxerweise als ein überlebter Faktor oder sogar als ein Hindernis dargestellt. Doch wenn Europa auch die letzten Reste seines geistigen Fundaments verliert, wird es sich selbst verlieren.
Nationen, deren Gedächtnis ausgelöscht wurde, sind leicht zu manipulieren und gegenüber extremen Ideologien wehrlos. Es ist daher die Aufgabe der Christen, daran zu erinnern, dass eine dauerhafte Freiheit nicht auf geistiger Leere, sondern auf einem soliden Wertefundament ruht. Und wenn der Kontinent nicht zu diesem Fundament zurückkehrt, wird die gegenwärtige Krise nicht das Ende, sondern nur der Anfang eines noch tieferen Niedergangs sein.
Lasst uns die geistige Souveränität wiederherstellen
Das Christentum ist nicht nur eine private Angelegenheit des Einzelnen. Es ist das kulturelle, ethische und geistige Rückgrat Europas. Wenn es angegriffen wird, ist das nicht nur ein Angriff auf die Kirche, sondern auch auf die europäische Identität.
Europa kann nur dann ein sicherer Ort für Christen werden, wenn es aufhört, Angst vor seiner eigenen Geschichte zu haben. Geistige Souveränität beginnt dort, wo man sich weigert, die eigene Identität im Namen einer falschen Neutralität aufzugeben.
Die Christen, und insbesondere die katholische Kirche, haben die Zivilisation Europas und Amerikas aufgebaut. Es waren die katholischen Päpste, die sich als erste der Versklavung widersetzten. Heute erleben wir jedoch, dass das Christentum an allen Fronten unterdrückt wird und die Angriffe auf Gläubige zunehmen. Aber wenn wir nicht für uns selbst eintreten, wer dann? Keiner. In einer Welt, die von Populismus und Konsum beherrscht wird, kommt dieser antichristliche Kampf gelegen. Denn er ermöglicht, die Menschen mehr als je zuvor zu manipulieren.
In einem Zeitalter der fortschreitenden ideologischen Propaganda und der Verdrehung der Tatsachen ist es an der Zeit, das Ass aus dem Ärmel zu ziehen. Die Unerschütterlichkeit des Glaubens. In der bekannten Legende über König Svatopluk vereinte der König auf dem Totenbett drei Zeige der drei Söhne zu einem festen Strang als Symbol des nötigen Zusammenhalt, damit das Reich Großmähren nicht zerfällt, solange seine Söhne zusammenhielten. So müssen auch wir als Kinder Gottes erkennen, dass wir im selben Boot sitzen, und keine noch so große Machtteilung wird uns helfen.
Wir müssen uns unbedingt wieder der geistigen Wurzeln des Kontinents bewusst werden und dürfen uns nicht durch ideologischen oder physischen Zwang einschüchtern lassen, denn um es mit einem Sprichwort auszudrücken: "Die Wahrheit wurde schon immer für die Wahrheit gehängt". Wenn wir jedoch unsere heiligen Stätten vor Vandalismus schützen und die Freiheit der religiösen Meinungsäußerung verteidigen, steigen unsere Chancen, diese Agonie zu beenden.
Fürchten wir uns nicht, auch wenn es nur noch wenige von uns gibt. Bleiben wir Christus treu, auch wenn wir wieder nur zwölf sind wie am Anfang.