Konkret waren im Dezember 2025 434.572 Personen arbeitslos gemeldet. Mit einer Register-Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent und einem Plus von 10.100 Arbeitssuchenden gegenüber Dezember 2024 bleibt die Arbeitslosigkeit in Österreich damit weiterhin hoch. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren insgesamt 394.036 Personen arbeitslos oder in Weiterbildungen und Schulungen registriert, das entspricht 5,5 Prozent mehr als noch im Jahr 2024. Wie eine aktuelle Grafik des Arbeitsmarktservice AMS zeigt, waren im Dezember 2025 vor allem Frauen von dem neuerlichen Anstieg betroffen – mit ganzen 6,6 Prozent! Bei den Männern stieg die Arbeitslosigkeit hingegen um „nur“ 0,5 Prozent.
Laut Arbeiterkammer (AK) hängt dies unter anderem mit dem steigenden Frauenpensionsalter und der schlechten Lage im Handel zusammen. Viele Frauen stünden vor einer schwierigen Situation für ihre Existenzsicherung, da sie im Durchschnitt ein geringeres Einkommen und damit auch eine niedrigere Arbeitslosenleistung erhalten. "Frauen sind besonders stark von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen. Wir müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um ihre Existenzsicherung zu gewährleisten", betont AK-Präsidentin Renate Anderl gegenüber der Presse.

"Wenn wir jetzt nicht handeln, fehlen uns morgen zehntausende Fachkräfte."
Ein deutlicher Anstieg ist auch bei den Langzeitbeschäftigungslosen zu verzeichnen. Hier stieg die Zahl der Österreicher, die mindestens ein Jahr beim AMS als arbeitslos gemeldet sind, auf 102.491 Personen – also 12,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Dafür sanken die beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr um 16,2 Prozent auf 67.647.
Während die Arbeiterkammer (AK) deshalb mehr Mittel für Beratungs- und Beschäftigungsprojekte fordert, appelliert der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) angesichts der neuen Zahlen an die Regierung. Aktive Arbeitsmarktpolitik müsse als zentrale Zukunftsinvestition gesehen werden, Qualifizierungen und Weiterbildungen seien dabei wesentliche Faktoren. Es brauche ein Recht auf Qualifizierung mit sozialer Absicherung sowie gezielte Angebote für ältere Arbeitnehmer und Menschen ohne formalen Abschluss, erklärte dazu ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth. "In den nächsten Jahren gehen viele erfahrene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Pension. Wenn wir jetzt nicht handeln, fehlen uns morgen zehntausende Fachkräfte."
„Schlechtes Jahr am österreichischen Arbeitsmarkt“
Von „einem schlechten Jahr am österreichischen Arbeitsmarkt“ spricht AMS-Chef Johannes Kopf. „Noch steige die Arbeitslosigkeit in Österreich, durchschnittlich seien in 2025 mit 20.660 Menschen 5,5 Prozent mehr arbeitslos gemeldet als im Jahr davor, positiv sei allerdings, dass sich der Anstieg verlangsamt habe.
Vorsichtig optimistisch ist auch das Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO). Laut der aktuellen Wirtschaftsprognose für den Arbeitsmarkt 2026 könne man einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 4.000 Personen erwarten. Durchaus positiv zeigt sich auch Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ). „Nach langen Jahren der Rezession blicken wir dem kommenden Jahr vorsichtig optimistisch entgegen" Die prognostizierte wirtschaftliche Erholung werde 2026 auch eine Belebung des Arbeitsmarktes bringen, die Beschäftigung werde dadurch wieder stärker wachsen und die Arbeitslosigkeit solle im zweiten Halbjahr etwas sinken: "Über den Berg sind wir aber noch nicht. Die Situation insbesondere für Langzeitbeschäftigungslose und ältere Personen sowie für Jugendliche, die den Einstieg bzw. Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu bewältigen haben, bleibt auch im nächsten Jahr herausfordernd. Hier werden wir mit aktiver Arbeitsmarktpolitik unterstützen und entsprechende Impulse setzen“, so Schumann.