Proteste in Iran breiten sich aus, junge Menschen fordern Regimewechsel
Der Iran sieht sich einer neuen Welle von Protesten gegen die Regierung gegenüber, die sich schnell von Teheran auf alle 31 Provinzen ausgebreitet haben. Diesmal handelt es sich vor allem um eine Reaktion auf den Zusammenbruch der Währung und die Frustration junger Männer über die wirtschaftliche Lage und die Außenpolitik des Regimes.
Die Demonstranten kritisieren die Unterstützung militanter Gruppen in der Region und fordern eine Änderung der Prioritäten – statt in das Atomprogramm zu investieren, soll die Krise der Lebenshaltungskosten gelöst werden.
Die Proteste haben bisher noch nicht das Ausmaß der Unruhen von 2022–2023 nach dem Tod von Mahsa Amini erreicht, die in Haft starb. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass die bisherige Strategie des Regimes nicht mehr funktioniert.
Die amerikanische Agentur Human Rights Activists News Agency berichtete, dass während der Unruhen mindestens 34 Demonstranten und vier Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet und 2.200 Menschen festgenommen wurden.
Der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei sieht sich einer schweren Autoritätskrise gegenüber. Ein ehemaliger hochrangiger Vertreter des reformorientierten Flügels des Establishments erklärte, dass die grundlegenden ideologischen Säulen der Islamischen Republik – von den vorgeschriebenen Regeln zum Tragen des Hidschabs bis hin zu außenpolitischen Entscheidungen – Menschen unter 30 Jahren, die fast die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, nicht ansprechen.
(reuters, pir)