Nach Angaben des ukrainischen Luftwaffenkommandos handelte es sich um einen Flugkörper vom Typ Oreschnik, den Russland vom Testzentrum Kapustin Jar in der Region Astrachan abgefeuert hatte, schreibt die russische Nachrichtenagentur TASS.
Es ist das zweite Mal, dass Russland diese Hyperschallrakete eingesetzt hat, von der Präsident Wladimir Putin behauptet, sie könne nicht abgefangen werden.
Die Rakete bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 13.000 km/h und flog auf einer ballistischen Flugbahn. Das russische Verteidigungsministerium gab an, bei der Militäraktion auch Angriffsdrohnen und hochpräzise Langstreckenwaffen eingesetzt zu habe, die sowohl vom Land als auch vom Meer aus abgefeuert wurden.
Auch ein großes Kraftwerk wurde getroffen
Der Bürgermeister von Lemberg, Andrij Sadovyj, bestätigte gegenüber der Ukrainischen Pravda, dass der Angriff keine zivilen Objekte oder Wohngebäude beschädigt und keine Opfer gefordert habe. Getroffen wurden ausschließlich Elemente der Energie- und technischen Infrastruktur.
Moskau gab an, dass die Ziele – darunter Produktionsstätten für Drohnen und Energieknotenpunkte – erfolgreich zerstört worden seien.
Rettungskräfte waren sofort vor Ort, die Brände konnten unter Kontrolle gebracht werden. Die Oreschnik-Rakete kann sowohl nukleare als auch konventionelle Sprengköpfe tragen, aber es gibt keine Anzeichen dafür, dass der bei dem nächtlichen Angriff eingesetzte Sprengkopf mit einem anderen als einem konventionellen Sprengkopf ausgestattet war. Die Strahlenwerte und die Konzentration schädlicher Substanzen blieben laut ukrainischen Behörden innerhalb der normalen Grenzen.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, der Angriff sei eine Vergeltungsmaßnahme für den angeblichen Versuch Kiews gewesen, am 29. Dezember die Residenz von Präsident Wladimir Putin anzugreifen.
Die Ukraine bezeichnete diese russische Behauptung als „absurde Lüge”, die darauf abziele, die ohnehin schon schwierigen Friedensverhandlungen zu sabotieren. Auch US-Präsident Donald Trump erklärte diese Woche, er glaube nicht, dass es einen Angriff auf die Residenz gegeben habe, sondern dass in ihrer Nähe „etwas“ passiert sei, das nichts mit einem Angriff der Ukraine zu tun habe.
Kiew fordert globale Reaktion
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha bezeichnete den russischen Angriff mit dem Oreshnik-System in der Nähe der EU- und NATO-Grenzen als ernsthafte Bedrohung für die europäische Sicherheit.
Er fügte hinzu, dass Kiew die Vereinigten Staaten, die europäischen Partner und andere Länder über diplomatische Kanäle über die Einzelheiten des Angriffs informiere.
„(Der russische Präsident Wladimir) Putin setzt eine ballistische Mittelstreckenrakete in der Nähe der EU- und NATO-Grenzen ein, um auf seine eigenen Wahnvorstellungen zu reagieren – das ist eine echte globale Bedrohung. Und diese erfordert eine globale Antwort“, so Sybiha.
(pir, est, reuters)