Nordkorea beschuldigt Seoul der Verletzung des Luftraums
Nordkorea hat Südkorea am Samstag vorgeworfen, am 4. Januar erneut eine Drohne in seinen Luftraum geschickt und damit die Souveränität des Landes verletzt zu haben.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA startete die Drohne von einer Insel in der Nähe des südkoreanischen Incheon, flog etwa acht Kilometer weit und wurde von der nordkoreanischen Armee abgeschossen.
Sie sei angeblich mit Kameras ausgestattet gewesen und habe „wichtige“ nordkoreanische Objekte filmen sollen. KCNA veröffentlichte Fotos von den Überresten der Drohne sowie Luftaufnahmen von Gebäuden, die sie angeblich aufgenommen hatte.
Pjöngjang behauptet, dass es sich um eine Fortsetzung der Provokationen handelt – ein ähnlicher Vorfall soll sich bereits im September über Kesong ereignet haben. Die südkoreanische Armee bestritt jedoch, dass sie an diesem Tag mit Drohnen operiert habe, und Präsident Lee Jae Myung ordnete eine Untersuchung an.
Der Experte Hong Min weist darauf hin, dass die veröffentlichten Teile wie billige Konsumgüter wirken und die Aufnahmen keinen hohen Nachrichtenwert haben. Seiner Meinung nach ist der Zeitpunkt der Anschuldigung bedeutsam: Sie kommt vor dem 9. Parteitag, auf dem Kim Jong-un seine Rhetorik über Südkorea als feindlichen Staat weiter festigen oder sogar in der Verfassung verankern könnte.
(reuters, lud)