|   2026-02-03 09:25:02

Politikerin in der Schweiz für Schüsse auf Marienbild verurteilt

Die Schweizer Politikerin Sanija Ameti ist vom Bezirksgericht Zürich wegen Störung der Glaubensfreiheit verurteilt worden. Grund für die Verurteilung war ein Instagram-Beitrag, der Ameti bei Schießübungen auf eine Marienikone zeigt. Die Politikerin muss eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 50 Franken (zirka 54 Euro) sowie eine sofort fällige Zahlung von 500 Franken (zirka 545 Euro) leisten. Das Strafmaß blieb damit deutlich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, die 100 Tagessätze zu je 100 Franken (zirka 109 Euro) sowie eine Geldstrafe von 2.500 Franken (zirka 2.725 Euro) verlangt hatte.

Das Urteil bezieht sich auf einen Vorfall vom 6. September 2024, bei dem Ameti Schießübungen mit einer Luftpistole durchführte und Bilder davon auf Instagram veröffentlichte. Die Fotos zeigten ein Bild der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind, das zahlreiche Einschusslöcher aufwies. Getroffen waren unter anderem die Köpfe beider Figuren. Das Motiv stammte aus einem Kunstkatalog des Auktionshauses Koller. Ameti versah den Beitrag mit dem Wort „Abschalten“. Der Post wurde später gelöscht.

In der Schweiz hatte der Instagram-Beitrag breite Empörung ausgelöst. Auch die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) verurteilte die Aktion scharf. Das „inakzeptable Verhalten“, so die Bischöfe, widerspreche dem gebotenen Respekt vor religiösen Überzeugungen. „Selbst wenn man von der religiösen Darstellung der Muttergottes absieht, zeugt die Verwendung dieses Bildes von Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber der menschlichen Person“, erklärten sie weiter.

Sanija Ameti ist schweizerisch-bosnische Staatsbürgerin und Mitglied der Grünliberalen Partei (GLP). Nach dem öffentlichen Skandal um die Bilder trat sie freiwillig aus der Parteileitung der GLP im Kanton Zürich zurück. Zudem leitete die Partei ein Ausschlussverfahren ein.