Prozess gegen Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit hat begonnen
Marius Borg Høiby, der Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, steht in Oslo vor Gericht. Am ersten Verhandlungstag wies er die Vorwürfe der Vergewaltigung und häuslichen Gewalt zurück, bekannte sich jedoch zu mehreren weniger schweren Taten.
Insgesamt sieht sich der 29-jährige mit 38 Anklagepunkten konfrontiert. Sollte er in den schwersten Punkten schuldig gesprochen werden, drohen ihm mehrere Jahre Haft. Beobachter werten den Fall bereits als eine der schwersten Krisen der norwegischen Königsfamilie in Friedenszeiten.
Die Unterstützung für die Monarchie in Norwegen ist zuletzt spürbar gesunken. Einer aktuellen Umfrage zufolge befürworten nur noch 61 Prozent der Bevölkerung die Staatsform, nach 72 Prozent im Jahr zuvor. Für zusätzliche Belastung sorgten mehrere Kontroversen um die Königsfamilie – darunter die öffentliche Entschuldigung von Kronprinzessin Mette-Marit für ihre Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass Marius Borg Høiby trotz seiner familiären Verbindung zum Königshaus vor dem Gesetz wie jeder andere Angeklagte behandelt werde. Die Verteidigung sprach mit Blick auf die massive Berichterstattung von einer öffentlichen Vorverurteilung. Kronprinz Haakon erklärte, er und Kronprinzessin Mette-Marit würden dem Prozess fernbleiben, und bekundete den mutmaßlichen Opfern sein Mitgefühl.
(reuters, pir)