Die teuren Medien-Mitarbeiter Van der Bellens: Präsidentschaftskanzlei denkt an Job-Abbau

Rund 770.000 Euro pro Jahr kosten die elf Medienmitarbeiter des Bundespräsidenten nach Schätzung von Kennern die Steuerzahler. In einer Mail an Statement wird nun eine Verringerung des PR-Personals angekündigt.

Alexander Van der Bellen. Foto: ČTK / imago stock&people / Vesa Moilanen / PROFIMEDIA

Alexander Van der Bellen. Foto: ČTK / imago stock&people / Vesa Moilanen / PROFIMEDIA

Wien. Aufgrund massiver Kritik an der großen Zahl der Medienmitarbeiter, die allein für den Bundespräsidenten tätig sind, soll es nun zu Einsparungen kommen: Gegenüber Statement bestätigt Österreichs Präsidentschaftskanzlei, dass eine "Verringerung des Personalstands angedacht" sei. Aktuell arbeiten elf Mitarbeiter im Medien-Team von Alexander Van der Bellen. Die Kosten dürften sich nach Schätzung von Kennern der Medienbranche auf rund 770.000 Euro im Jahr summieren.

2025 veröffentlichten die Medienmitarbeiter des Bundespräsidenten 18 Presseaussendungen per OTS – also nicht einmal zwei pro Monat. Natürlich mussten auch die zahlreichen Besuche Van der Bellens und Empfänge in der Hofburg medial betreut werden. Für elf Personen dürfte der Aufwand jedoch überschaubar gewesen sein. Zum Team zählen unter anderem fünf Redakteure. Weitere fünf Mitarbeiter betreuen die Social-Media-Accounts des Bundespräsidenten auf X, Facebook, Bluesky, Instagram und YouTube.

Wie viele Medienaussendungen und Texte im Jahr 2025 insgesamt von den Medienmitarbeitern Van der Bellens veröffentlicht wurden, konnte in der Hofburg „in dieser Kürze“ der Anfragefrist nicht erhoben werden.

108 Medienmitarbeiter im Bundeskanzleramt

Mit dieser Zahl an Pressemitarbeitern ist der Bundespräsident jedoch weit von der Spitze jener österreichischen Politiker entfernt, die besonders viel Personal für Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen: Laut einer aktuellen Erhebung des Standard-Ressorts Etat werden allein im Bundeskanzleramt 108 Kommunikationsmitarbeiter bezahlt. Das Innenministerium folgt mit 71 PR-Kräften, das Bundesministerium für Landesverteidigung mit 60 Stellen, das Ressort für Landwirtschaft und Umweltschutz mit 49 Beschäftigten, das Bildungsministerium mit 42 PR-Arbeitsplätzen, das Arbeits- und Sozialressort mit 33 Kräften, das Außenamt mit 25 und das Medien- und Sportministerium von Vizekanzler Andreas Babler mit 23 Pressemitarbeitern.

Babler bestellt zudem externe Medienberatung: Im Juni 2025 wurde der SPÖ-Chef und Vizekanzler kritisiert, weil er sich für einen Auftritt in der ORF-„Pressestunde“ von einer externen PR-Agentur coachen ließ. Die Kosten beliefen sich auf 5.760 Euro. Die FPÖ warf ihm Verschwendung und Doppelmoral vor: Ein Politiker, der früher als authentischer „Mann aus dem Volk“ galt, lasse sich nun für ein einziges Interview teuer aufpolieren.

Insgesamt lässt sich die gesamte Bundesregierung von 498 Kommunikationsmitarbeitern betreuen. Ein seit Jahrzehnten in der Medienbranche tätiger Journalist, der die Kollektivvertragsbedingungen kennt, schätzt den durchschnittlichen Bruttobezug der PR-Kräfte auf jeweils 5.000 Euro. Damit kostet das gesamte Team die Steuerzahler vermutlich 2,5 Millionen Euro im Monat und 34,86 Millionen Euro pro Jahr.

Bei den Bundesländern hat übrigens Wien die meisten PR-Mitarbeiter: 145 Personen sind dafür in dem Bundesland beschäftigt, das zugleich Österreichs größte Stadt ist. In den übrigen großen Städten werden weitere 75 Kommunikationsmitarbeiter bezahlt.