|   2026-02-05 10:34:51

Langfristige Schuldenprognose hat sich extrem verschlechtert

Die österreichische Bundesregierung rechnet in ihrer neuesten langfristigen Budgetprognose mit einem dramatischen Anstieg der öffentlichen Schulden. Ohne weitere Konsolidierungsmaßnahmen könnte die Schuldenquote bis 2060 auf über 250 Prozent des Bruttoinlandsproduktes klettern, wie der Bericht des Finanzministeriums (BMF) zeigt.

Der aktuelle Rahmen bis 2029 sieht eine Quote von 148,2 Prozent vor, doch demografische Trends treiben die Kosten. Die demografieabhängigen Ausgaben – Pensionen, Gesundheit, Pflege, Bildung und Familie – belaufen sich derzeit auf 31,8 Prozent des BIP und könnten bis 2030 auf 32 Prozent sowie bis 2060 auf 34,6 Prozent steigen. Besonders stark wachsen die Bereiche Pflege und Gesundheit mit einem Plus von 1,3 Prozentpunkten.

Zusätzlich steigen die Zinsausgaben infolge höherer Defizite von 1,7 auf 5,2 Prozent des BIP bis 2060. Experten, darunter Ökonomen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), betonen, dass Migration und Alterung die Entwicklung verstärken. Zur Budgetkonsolidierung wurden für 2025 Einsparungen von rund 6,4 Milliarden Euro festgelegt - für 2026 sind weitere etwa 8,7 Milliarden vorgesehen.

Dennoch droht ohne Reformen eine Schuldenfalle. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) fordert „nachhaltige Maßnahmen“ für zukünftige Generationen.