Ein Lehrer gerät in die Mühlen der Trans-Lobby-Politik

Die Weigerung eines irischen Lehrers, erfundene Pronomen bei seinen Schülern zu verwenden, führte zu 560 Tage Haft für den Pädagogen. Das zeigt, zu welchen Extremen die Genderideologie gehen kann. Am Ende werden Existenzen vernichtet.

Der Lehrer Enoch Burke widersetzt sich der Translobby in Irland. Foto: Brian Lawless/PA Images via Getty Images

Der Lehrer Enoch Burke widersetzt sich der Translobby in Irland. Foto: Brian Lawless/PA Images via Getty Images

Dublin. Für die einen ist er ein Held der Meinungsfreiheit, für die anderen ein religiöser Fanatiker im Kampf gegen Transrechte. Der irische Lehrer Enoch Burke weigerte sich im Umgang mit einem Schüler, dessen bevorzugte fiktive Pronomen zu verwenden. Damit begann ein jahrelanger Kampf gegen das Schulsystem.

Burke unterrichtete im Jahr 2022 als Lehrer an der Wilson's Hospital School in der Grafschaft Westmeath in Irland. Seine Weigerung, geschlechtsneutrale Pronomen für einen Transgender-Schüler zu verwenden, löste den Streit aus. In Irland ist die rechtliche Anerkennung der – selbst frei ausgewählten – Geschlechtsidentität im sogenannten Gender Recognition Act verankert. Personen über 18 Jahren können ihr rechtliches Geschlecht allein auf der Grundlage einer eigenen Erklärung ändern. Der Staat Irland schützt diese Geschlechtsidentität im Zivil- und Arbeitsrecht. Der Education Act ist eine Verpflichtung, ein inklusives Umfeld für Schüler zu schaffen. Das bedeutet im Ernstfall auch die Anerkennung einer frei erfundenen geschlechtlichen Identität.

Als Christ gegen Transgender

Enoch Burke machte auf Grundlage seiner christlichen Überzeugungen seine Ablehnung einer ideologischen Transpolitik deutlich. Er erklärte, sie stehe im Widerspruch zu seinem Glauben. Infolgedessen sah er sich nicht in der Lage, die Änderung von Namen und Anrede des betreffenden Schülers zu akzeptieren. Er vertrat die Ansicht, darin liege ein Missbrauch von Kindern sowie eine Verletzung ihrer verfassungsmäßigen Rechte.

Der Lehrer wurde von der damaligen Schulleiterin Niamh McShane darauf hingewiesen, dass „das Wohlergehen der Schüler in der Schule an erster Stelle steht und dass das Recht von Personen, mit einem Namen ihrer Wahl entsprechend ihrem gewählten Geschlecht angesprochen zu werden, ein anerkanntes Recht“ sei. Obwohl der Schüler noch nicht volljährig war, verlangte die Schulleiterin, das gewählte Geschlecht des Schülers anzuerkennen. Der Lehrer solle den „inklusiven Charakter der Schule“ respektieren.

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Der Lehrer weigerte sich nicht nur, der Aufforderung nachzukommen, sondern unterbrach auch einen Gottesdienst in der Schulkapelle, um seine Ablehnung zum Ausdruck zu bringen. Das reichte der Schule, um Burke wegen grober Pflichtverletzung bei fortlaufender Bezahlung zu suspendieren. Die Schule leitete ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein und beantragte bei Gericht eine einstweilige Verfügung, um ihm den Zutritt zum Schulgelände zu untersagen. Das Gericht gab dem Antrag statt, da nach irischem Recht ein suspendierter Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz nicht betreten darf.

Lehrer ignoriert Gericht

Der Lehrer ignorierte das gerichtlichen Verbot und arbeitete weiter als Lehrer, woraufhin die Schule seine Inhaftierung wegen „Missachtung des Gerichts durch Nichtbefolgung einer gerichtlichen Anordnung” beantragte. Enoch Burke hingegen begründete sein Verhalten damit, dass seine religiösen Rechte verletzt worden seien und seine Suspendierung rechtswidrig sei, weshalb er weiterhin als Lehrer an der Schule tätig sein wolle. Darum werde er immer wieder an seinen Arbeitsplatz zurückkehren, so der Pädagoge.  

Burke legte wiederholt Beschwerde gegen die ursprüngliche richterliche Anordnung ein, ihm den Zutritt zum Schulgelände zu verbieten. Er begründete dies damit, die Entscheidung sei „offensichtlich falsch“. Dennoch wurde der Lehrer seit 2022 wegen Missachtung des Gerichts insgesamt viermal inhaftiert. Trotz aller restriktiven Maßnahmen erklärte er, er würde lieber „die nächsten 100 Jahre im Gefängnis bleiben, als seinen Glauben zu kompromittieren“.

Somit verbrachte Burke insgesamt 560 Tage in Haft, weil er nach seiner Freilassung wiederholt an seinen Arbeitsplatz zurückkehrte und erneut verhaftet wurde. Auch nach seiner letzten Freilassung am 14. Januar 2026 erschien er bereits am folgenden Tag wieder in der Schule.

Rigoroses System bis zur Existenzvernichtung

Enoch Burke konnte seine Entlassung aus der Haft erwirken, weil er die Zusammensetzung des Disziplinarausschusses wegen Befangenheit eines der Mitglieder angefochten hatte und damit vor Gericht erfolgreich war. Es handelte sich um Kieran Christie, Generalsekretär der Vereinigung der Sekundarschullehrer in Irland (ASTI), der ein öffentlich bekannter Befürworter des Transgesetzgebungen ist. Damit sind sowohl die Suspendierung als auch die Entlassung und letztlich auch das Verbot, das Schulgelände zu betreten, rechtswidrig.

Nach seinem Erfolg in der Befangenheitsklage entließ das Gericht den Lehrer unter Auflagen aus der Haft. Ungeachtet dessen durfte er das Schulgelände vorläufig weiterhin nicht betreten. Burke sollte sich auf das noch folgende Hauptverfahren vorbereiten können.

Der Lehrer erklärte dem Richter noch während der Verhandlung, er werde noch am selben oder am folgenden Tag an seinem Arbeitsplatz erscheinen und beabsichtige, seine Arbeit wieder aufzunehmen. Daraufhin wurde Burke unmittelbar – nun zum fünften Mal – wegen Missachtung des Gerichts in Untersuchungshaft genommen. Der zuständige Richter Brian Cregan bezeichnete das Verhalten des Lehrers als „eine unübertroffene Fähigkeit, sich selbst ins Bein zu schießen“.

Das Ende des Falls, der damit begann, dass ein Lehrer vor vier Jahren die Pronomen „they/them“ für einen Schüler nicht verwenden wollte, ist noch offen, da die Hauptverhandlung noch aussteht. Neben der erneuten Haft wurden gegen den Pädagogen im Laufe der Zeit Geldstrafen verhängt, die sich auf mehr als 220.000 Euro summieren.

Der Fall zeigt, dass hier eine Ideologie Existenzen vernichten kann – aber auch ein Rechtssystem und eine Judikative, die bereit sind, im Namen vermeintlicher Toleranz gegenüber LGBTQ-Aktivisten oder gar im Namen der „Antidiskriminierung“ Menschen wegen verweigerter Pronomen bis ins Gefängnis zu bringen.