Ermittlungsverfahren gegen Vorsitzenden des norwegischen Nobelkomitees wegen Epstein-Kontakten
Die norwegische Polizeieinheit für Wirtschaftskriminalität Oekokrim hat Ermittlungen gegen den ehemaligen Premierminister und Vorsitzenden des norwegischen Nobelkomitees Thorbjørn Jagland wegen des Verdachts auf Korruption unter erschwerenden Umständen aufgenommen.
Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit Informationen aus neu veröffentlichten Akten des US-Justizministeriums über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Laut Oekokrim stützt sich die Untersuchung auf die Zeit, in der Jagland als Vorsitzender des Nobelkomitees und gleichzeitig als Generalsekretär des Europarates tätig war. Die Polizei prüft, ob er im Zusammenhang mit der Ausübung dieser Funktionen Geschenke, Reisekosten oder Darlehen angenommen hat. Jagland wurde bisher nicht angeklagt.
Angesichts seiner früheren Funktion in einer internationalen Organisation hat die Polizei die Aufhebung seiner Immunität beantragt, woraufhin das norwegische Außenministerium diesem Antrag stattgegeben hat. Außenminister Espen Barth Eide erklärte, das Ziel sei es, alle Umstände des Falles aufzuklären und vollständige Transparenz zu gewährleisten.
Der Rechtsvertreter des ehemaligen Ministerpräsidenten teilte mit, dass sein Mandant die Einleitung der Ermittlungen begrüße und uneingeschränkt mit der Polizei zusammenarbeiten werde. Das norwegische Nobelkomitee lehnte es ab, sich näher zu der Angelegenheit zu äußern. Es erklärte jedoch, dass es die Klärung aller Fakten befürworte.
(reuters, max)