Norwegens Sicherheitsdienst warnt vor zunehmender russischer Spionage in der Arktis
Nach Einschätzung des norwegischen Sicherheitsdienstes PST dürfte Russland seine Spionageaktivitäten in Norwegen im Jahr 2026 ausweiten und den Fokus verstärkt auf den arktischen Festlandteil sowie die Inselgruppe Svalbard legen. Zugleich warnt der Dienst vor einem wachsenden Risiko von Sabotageakten.
Norwegen zählt zu den Verbündeten der Ukraine und ist Europas größter Pipeline-Gaslieferant. Entsprechend wächst die Sorge, dass russische Geheimdienste verstärkt die Energieinfrastruktur ins Visier nehmen könnten.
Nach Angaben des PST sind sowohl materielle Einrichtungen als auch cyberanfällige Systeme gefährdet. Der jährliche Bedrohungsbericht geht davon aus, dass sich Russlands verstärkte Aufmerksamkeit auf militärische Ziele, Bündnisübungen, die norwegische Unterstützung für die Ukraine sowie auf Operationen im hohen Norden richtet.
Gleichzeitig geht der Sicherheitsdienst davon aus, dass Russland die Überwachung der norwegischen Küste sowie die Erfassung kritischer Infrastruktur fortsetzt – auch mithilfe ziviler Schiffe.
Der PST warnte erneut vor möglichen Sabotageakten. Als besonders wahrscheinliche Ziele gelten Einrichtungen im Zusammenhang mit der Unterstützung der Ukraine, doch auch zivile Infrastruktur könnte ins Visier geraten.
Der Dienst richtet besondere Aufmerksamkeit auf mutmaßliche Rekrutierungsversuche unter ukrainischen Flüchtlingen in Norwegen. Angesichts von rund 100.000 Geflüchteten gilt die Lage als erhebliche Herausforderung.
(reuters, max)