Washington. Die US-Sicherheitsbehörde FBI hat jüngst gewarnt, die Nutzung kostenloser Ladestationen in Flughäfen, Hotels oder Einkaufszentren möglichst zu meiden. Kriminelle, so die Behörde, hätten Wege gefunden, öffentliche USB-Anschlüsse zu missbrauchen, um Malware und Überwachungssoftware auf Geräte zu übertragen.
Diese Art von Cyberangriff nennt man „Juice Jacking“. Dabei ist der vermeintliche Ladeanschluss mehr, als er zu sein scheint. Ein USB-Anschluss am Smartphone dient nicht nur zum Laden am Stromnetz, sondern auch als Schnittstelle, über die Daten übertragen werden können. Schließt man das Smartphone an einen PC an, lassen sich Fotos und andere Dateien wie Word- oder PDF-Dokumente übertragen. Allerdings können auch Programme als Apps auf das Gerät gelangen. Genau diese Funktion nutzen Kriminelle aus, indem sie öffentliche USB-Ports manipulieren und im Hintergrund einen kleinen Computer mitlaufen lassen.
Hier die Warnung des FBI auf X:
Wer sein Smartphone dort ahnungslos anschließt, lädt nicht nur den Akku, sondern stellt im Hintergrund auch eine Datenverbindung her. Wer würde schon ungeprüft einen fremden USB-Stick in den Laptop stecken? Das Risiko gehen die wenigsten ein. Wenn am Flughafen die Not drängt, noch schnell ein paar Prozent aufs Handy zu laden, wird man jedoch leichtsinnig.
Die Folgen reichen von Datendiebstahl bis zur Installation von Spionage-Apps und anderer Schadsoftware. Kontakte, Passwörter und Fotos sind bei Kriminellen besonders begehrt und können ebenso wie das Gerät selbst die Sicherheit des Nutzers gefährden.
Schutz ist kein Hexenwerk
Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln und Hilfsmitteln lässt sich das Smartphone fast überall sicher aufladen. Die sicherste Methode ist zugleich die simpelste: das eigene Ladegerät und Ladekabel an einer ganz normalen Steckdose zu verwenden. Solche finden sich inzwischen an vielen öffentlichen Orten. Züge wie Flixtrain, ICEs der Deutschen Bahn und mittlerweile auch zahlreiche Regionalbahnen sind mit Steckdosen ausgestattet, viele Cafés erlauben das Laden, und gut ausgestattete Flughäfen bieten Steckdosen sogar direkt am Gate an.
Andere Flughäfen bieten am Gate lediglich USB-Ports an und setzen Fluggäste damit unnötigen Risiken aus. Schutz bieten jedoch Funktionen, mit denen vor allem neuere Smartphones ausgestattet sind. Android-Nutzer werden beim Verbinden mit einem Ladeport gefragt, wie der USB-Anschluss genutzt werden soll. Hier sollte die Funktion „Nur laden“ gewählt werden. Wer ein iPhone nutzt, erhält die Warnmeldung „Diesem Computer vertrauen?“. In dem Fall empfiehlt es sich, „Nicht vertrauen“ auszuwählen.
Wer für zusätzliche Sicherheit sorgen will, kann einen Schutzadapter verwenden. „USB Data Blocker“ sind kleine Adapter, die zwischen Ladekabel und USB-Port gesteckt werden und eine Datenübertragung physikalisch verhindern. USB-Anschlüsse verfügen über Pins für Daten sowie über solche, die ausschließlich Strom leiten. Der „Data Blocker“ kappt die Datenverbindung, sodass nur der Ladestrom durchgeleitet wird. Eine Datenübertragung ist damit ausgeschlossen.
Drahtlos und Powerbank
Zwei weitere Methoden gelten ebenfalls als sicher. Die drahtlose Aufladung, die moderne Smartphones ermöglichen, bietet gar keine Schnittstelle für Daten – sie dient ausschließlich dem Laden. Eine weitere Option ist die Powerbank, auch wenn sie zusätzliches Gewicht bedeutet. Kleinere und leichtere Modelle schaffen es mitunter nicht, das Handy vollständig aufzuladen, während größere mit mehreren Akkuladungen oft recht schwer sind. Beiden gemeinsam ist jedoch: Sie sind sicher.
Grundsätzlich gilt: Je mehr eigenes Equipment verwendet wird, desto größer ist die Gewissheit, dass persönliche Geräte nicht manipuliert werden.