|   2026-02-06 22:15:42

Orthodoxe Ikonen auf der Anklagebank, EGMR erwägt Änderung der Praxis

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) befasst sich erneut mit der Frage der Präsenz christlicher Symbole im öffentlichen Raum. Nach dem Streit mit Italien über Kreuze in Schulen, der 2011 mit einem Sieg Roms endete, ist nun Griechenland im Visier, berichtet European Conservative.

Diesmal geht es um orthodoxe Ikonen in Gerichtssälen. Die Klage wurde von der Union griechischer Atheisten eingereicht, die behauptet, dass die Ikonen die Unparteilichkeit der Gerichte beeinträchtigen und das Recht auf ein faires Verfahren verletzen.

Die griechischen Gerichte haben diese Einwände zurückgewiesen, aber der Fall wurde bis zum EGMR gebracht, der eine mögliche Revision der Rechtsprechung andeutet. Kritiker sehen darin einen Versuch, den Grundsatz der „freien Ermessensausübung der Staaten” zu schwächen, der es den Ländern bisher ermöglichte, ihre eigene historische und kulturelle Identität zu berücksichtigen.

Nach Ansicht der Anwälte, die Griechenland unterstützen, sind Ikonen Teil des kulturellen Erbes und stellen weder Zwang noch Proselytismus dar. Darüber hinaus ist Griechenland verfassungsrechtlich als orthodoxer Staat definiert. Ein Eingreifen des Gerichts würde ihrer Meinung nach nicht zum Schutz der Rechte des Einzelnen beitragen, sondern einen zivilisatorischen Verlust bedeuten.

(mja)