|   2026-02-07 11:51:05

Wegen suchtfördernder Funktionen: EU droht TikTok mit Sanktionen

Die europäische Regulierungsbehörde hat am Freitag Vorwürfe gegen die App TikTok erhoben: Funktionen mit suchtförderndem Design sollen gegen EU-Vorschriften für Online-Inhalte verstoßen. Zugleich ordnete sie Änderungen an. Andernfalls droht der Plattform eine Geldstrafe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Umsatzes ihres Eigentümers ByteDance.

Die Vorwürfe betreffen vor allem Elemente wie Endlos-Scrollen, automatische Videowiedergabe, Push-Benachrichtigungen und ein stark personalisiertes Empfehlungssystem.

Nach Auffassung der Kommission hat TikTok die Risiken solcher Funktionen für die körperliche und geistige Gesundheit der Nutzer, insbesondere von Kindern und schutzbedürftigen Personen, nicht ausreichend bewertet. Zudem habe die Plattform keine angemessenen Maßnahmen eingeführt, etwa wirksame Instrumente zur elterlichen Kontrolle oder zur Steuerung der in der Anwendung verbrachten Zeit.

Die Kommission erwartet, dass TikTok das Design seiner Dienste in Europa anpasst, etwa durch eine Begrenzung des Endlos-Scrollens oder die Einführung von Bildschirmpausen. Die Plattform wies die Vorwürfe zurück. Der Fall ist Teil eines umfassenderen Vorgehens der EU gegen große Technologieunternehmen, vergleichbare Untersuchungen richten sich auch gegen andere Apps.

Nach einjähriger Untersuchung legte die Europäische Kommission vorläufige Ergebnisse auf Grundlage des Digital Services Act (DSA) vor. Das Gesetz verpflichtet große Plattformen, gegen illegale und schädliche Inhalte vorzugehen.

(reuters, max)