Migration: Die Zahl der Frauen mit Genitalverstümmelungen steigt auch in Europa
Mehr als 95.000 Frauen in Italien sind Opfer von Genitalverstümmelung. Darauf wiesen verschiedene Aktivistenverbände wie die Vereinigung ausländischer Ärzte in Italien oder die Euro-Mediterrane Ärzteunion anlässlich des Internationalen Tages gegen Genitalverstümmelung hin, berichtet die Zeitung Ansa.
Das Phänomen nähme demnach in Europa zu und stehe in engem Zusammenhang mit der Anwesenheit junger Migranten aus Regionen, in denen diese Praxis besonders verbreitet sei und stellt eine große Herausforderung für die Gesundheits-, Sozial- und Kinderschutzpolitik dar.
Die Verbände schlagen die Einrichtung einer internationalen Beobachtungsstelle gegen Genitalverstümmelung vor, die die Entwicklung beobachten, vergleichbare Daten sammeln, die klinischen und psychologischen Folgen analysieren und Präventions-, Bildungs- und Informationsprogramme koordinieren soll.
Sie weisen darauf hin, dass dieses Phänomen auch Mädchen und junge Frauen in Ländern betrifft, die als fortschrittlich in Bezug auf Frauen-Rechte gelten.
In Italien ist die Prävention laut den Verbänden schwach und ungleichmäßig, wobei Fälle oft erst bei Schwangerschaft, Geburt oder gesundheitlichen Komplikationen entdeckt werden. Die Organisationen setzen sich daher für ein frühzeitiges Eingreifen ein, das das Gesundheitswesen, soziale Dienste und Schulen sowie die systematische Ausbildung von Fachleuten und die Zusammenarbeit mit Justizbehörden umfasst.
Weltweit wurden bis 2024 etwa 230 Millionen Frauen und Mädchen einer Genitalverstümmelung unterzogen, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den geschätzten 200 Millionen im Jahr 2016 darstellt.
(max)