Venezolanischer Oppositionspolitiker Guanipa nach Freilassung verschleppt
Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado hat bekanntgegeben, dass ihr enger Mitarbeiter Juan Pablo Guanipa nur wenige Stunden nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in Caracas entführt worden sei. Ihren Angaben zufolge wurde er gegen Mitternacht von mehreren schwer bewaffneten Männern in Zivil gewaltsam verschleppt, die in mehreren Fahrzeugen vorgefahren waren.
Der Vorfall wurde auch von Guanipas Sohn Ramón bestätigt, der den Vorfall als Überfall und Entführung durch unbekannte Bewaffnete beschrieb.
Guanipa war bereits im Mai nach monatelanger Flucht festgenommen worden. Die Behörden warfen ihm vor, eine terroristische Verschwörung angeführt zu haben. Kurz nach seiner Entlassung veröffentlichte er in sozialen Netzwerken Videos, in denen er die Freilassung weiterer politischer Gefangener forderte und die aktuelle Regierung als illegitim bezeichnete.
Der Fall ereignet sich in einer Zeit erheblicher politischer Turbulenzen, nachdem die Vereinigten Staaten im vergangenen Monat Venezuela angegriffen hatten, um den langjährigen Machthaber Nicolás Maduro festzunehmen.
Die Opposition und Menschenrechtsorganisationen behaupten seit langem, dass die venezolanische Regierung Verhaftungen als Mittel zur Unterdrückung von Dissens einsetzt.
Die Behörden haben sich jedoch nicht unmittelbar zu Guanipos Verschwinden geäußert.
(reuters, pir)