Macron: Trump strebt den Zerfall der EU an
Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte am Dienstag, Europa müsse sich auf weitere Konflikte mit den USA einstellen und den jüngsten „Grönland-Moment“ als Warnsignal begreifen, um lange aufgeschobene Wirtschaftsreformen voranzutreiben und die globale Stellung der EU zu stärken.
„Wenn es zu einem eindeutigen Akt der Aggression kommt, sollten wir uns meiner Meinung nach weder unterwerfen noch versuchen, eine Einigung zu erzielen. Ich denke, wir haben diese Strategie monatelang ausprobiert. Sie funktioniert nicht“, sagte Macron mehreren Zeitungen, darunter Le Monde und Financial Times.
Macron betonte, die Trump-Regierung sei „offen anti-europäisch“ und strebe den „Zerfall“ der EU an.
„Die USA werden uns in den kommenden Monaten – das ist sicher – im Zusammenhang mit der Regulierung des digitalen Bereichs angreifen“, fügte Macron hinzu. Er warnte zudem vor möglichen Einfuhrzöllen durch US-Präsident Donald Trump, sollte die EU ihr Gesetz über digitale Dienste zur Kontrolle von Technologieunternehmen anwenden.
Der französische Staatschef erneuerte zudem seine Forderung nach gemeinsamen Anleihen nach dem Vorbild von Eurobonds. Er argumentierte, nur so könne die EU umfangreiche Investitionen stemmen und die Dominanz des US-Dollars infrage stellen.
Die Staats- und Regierungschefs der EU treffen sich am Donnerstag in Brüssel zu einem Gipfel, um Maßnahmen zur Stärkung der europäischen Wirtschaft sowie zur Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China zu erörtern.
(reuters, est)