Russland schränkt Telegram ein und droht mit Millionenstrafen
Der Messengerdienst Telegram sieht sich in Russland mit einer weiteren Verschärfung der Vorschriften konfrontiert, die zu einer Verlangsamung der Plattform und hohen finanziellen Sanktionen führen kann. Laut russischen Medien hat die Aufsichtsbehörde Roskomnadzor begonnen, den Zugang für Inhalte zu beschränken, die von den Behörden als illegal eingestuft werden.
Obwohl Telegram weiterhin verfügbar ist, berichten Nutzer von langsameren Video-Downloads. Gleichzeitig drohen dem Unternehmen in acht Gerichtsverfahren Geldstrafen von bis zu 64 Millionen Rubel wegen angeblicher Verstöße gegen Löschauflagen für verbotene Inhalte.
Telegram, gegründet von dem Unternehmer Pavel Durov, ist in Russland ein zentraler Kommunikationskanal für staatliche Institutionen, Medien sowie für die Opposition im Exil.
In den vergangenen Monaten ist Moskau jedoch deutlich härter gegen ausländische Technologieunternehmen vorgegangen. Bereits im vergangenen Jahr schränkten die Behörden Anrufe über Telegram und WhatsApp ein, im Dezember wurde zudem FaceTime blockiert. Parallel treibt der Staat die Entwicklung der eigenen App MAX voran, die Kritiker als mögliches Überwachungsinstrument betrachten.
Bereits 2018 war es Russland trotz umfangreicher Maßnahmen nicht gelungen, Telegram vollständig zu blockieren.
(reuters, pir)