|   2026-02-13 07:27:05

Trumps NATO-Kurs überschattet Münchner Sicherheitskonferenz

Ein Jahr nach der Rede des amerikanischen Vizepräsidenten JD Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz streben die europäischen Partner der USA einen unabhängigeren Kurs an, wollen jedoch die Grundlagen der NATO bewahren. Vances Auftritt im Jahr 2025 leitete eine Phase wachsender Spannungen ein, in der die Vereinigten Staaten nach Einschätzung mehrerer Beobachter die internationale Ordnung infrage stellten, an deren Aufbau sie maßgeblich beteiligt waren.

Das diesjährige Treffen steht im Zeichen des Krieges in der Ukraine sowie der Konflikte in Gaza und im Sudan. „Ich kann mich nicht an eine Zeit erinnern, in der wir gleichzeitig mehr Kriege, Krisen und Konflikte dieser Größenordnung hatten“, sagte der ehemalige Diplomat Wolfgang Ischinger und sprach von einer „Politik der Abrissbirne“.

US-Präsident Donald Trump führte Zölle ein, drohte lateinamerikanischen Staaten mit militärischen Maßnahmen und brachte eine Annexion Grönlands ins Gespräch. Das schürte Zweifel an der Zukunft der NATO. Die europäischen Staaten reagierten mit der Zusage höherer Verteidigungsausgaben, bleiben jedoch weiterhin stark von den Vereinigten Staaten abhängig.

Eröffnet wird die Konferenz vom deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz, der die transatlantischen Beziehungen festigen und die Rolle der EU stärken will. Die US-Delegation führt Außenminister Marco Rubio, von dem ein versöhnlicherer Ton erwartet wird.

An der am Freitag beginnenden Veranstaltung nehmen rund 70 Staats- und Regierungschefs teil, darunter Wolodymyr Selenskyj, Emmanuel Macron und Chinas Außenminister Wang Yi. Russland entsendet keine Delegation, Iran erhielt keine Einladung. Auf der Agenda stehen zudem mögliche Waffenstillstandsregelungen für die Ukraine sowie Fragen künftiger Sicherheitsgarantien.

(reuters, max)