|   2026-02-13 17:47:23

Imamoglu fordert Erdogan aus dem Gefängnis zu vorgezogenen Neuwahlen auf

Fast ein Jahr nach seiner Inhaftierung hat der Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu Präsident Recep Tayyip Erdogan aufgefordert, vorgezogene Neuwahlen anzusetzen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärte er, Erdogan scheue Wahlen, weil er eine bevorstehende Niederlage sehe. „Er wird kandidieren und verlieren. Und die Türkei wird der Gewinner sein“, so Imamoglu.

Der seit März 2025 inhaftierte Bürgermeister wartet auf seinen Prozess wegen Korruptionsvorwürfen, die er zurückweist. Inzwischen gilt er als wichtigster Herausforderer Erdogans. Seine Republikanische Volkspartei fordert seit Monaten vorgezogene Neuwahlen.

Die Präsidentschaftswahlen sind für 2028 geplant. Wenn Erdogan für eine weitere Amtszeit kandidieren möchte, müssten sie jedoch früher stattfinden oder die verfassungsrechtlichen Beschränkungen für Amtszeiten geändert werden.

Der Oppositionspolitiker spricht von politisch motivierten Anschuldigungen, die seine Kandidatur verhindern sollen. Der Staatsanwalt fordert in seinem Fall eine Freiheitsstrafe von mehr als 2.000 Jahren. Gleichzeitig hat ein Gericht seinen Universitätsabschluss, eine Voraussetzung für die Präsidentschaftskandidatur, für ungültig erklärt.

„Diejenigen, die an der Macht sind, sehen, dass sie verlieren werden, und glauben, das Problem lösen zu können, indem sie mich aufgrund falscher Anschuldigungen im Gefängnis festhalten und die Justiz beeinflussen“, sagte Imamoglu.

Die türkische Regierung weist eine Einmischung in die Justiz zurück.

Imamoglu bekräftigte, weiterhin an die Gerechtigkeit zu glauben und alle rechtlichen Mittel auszuschöpfen.

(reuters, max)