Tschechien fordert Reform der EU-Emissionszertifikate
Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš hat die Europäische Union aufgefordert, das Emissionshandelssystem zu reformieren, das seiner Meinung nach einer der Gründe für die hohen Energiepreise in Europa ist. In einem Schreiben an die Staats- und Regierungschefs der EU und die Führung der Union schlug er vor, die Preise für Zertifikate im Rahmen des ETS-Systems zu deckeln und die Einführung der zweiten Phase, bekannt als ETS2 für Gebäude und Verkehr, mindestens bis 2030 zu verschieben.
Babiš weist darauf hin, dass die Preise für Emissionszertifikate deutlich über das in der Vergangenheit erwartete Niveau gestiegen sind, was seiner Meinung nach die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gefährdet und das Risiko ihrer Verlagerung außerhalb der EU erhöht.
Vor dem informellen EU-Gipfel am 12. Februar will er die Unterstützung weiterer Mitgliedstaaten, darunter Frankreich und Italien, gewinnen.
Während Länder wie Polen seit langem die hohen Kohlenstoffpreise kritisieren und von spekulativen Einflüssen sprechen, betrachten andere Staaten den hohen Preis der Zertifikate als unverzichtbare Voraussetzung für die Erreichung der Klimaziele der EU.
(reuters, mja)