|   2026-02-03 08:36:30

EU lockert Emissionsziele – Elektroanteil könnte deutlich sinken

Elektrofahrzeuge könnten ab 2035 rund 85 Prozent der Neuwagenverkäufe in der Europäischen Union ausmachen, selbst wenn die EU ihre Pläne zur Abschwächung des faktischen Verbots neuer Verbrenner umsetzt. In Szenarien mit weitergehenden Ausnahmen könnte der Anteil jedoch auf bis zu 50 Prozent sinken, warnt die Organisation Transport & Environment (T&E), die sich für sauberen Verkehr einsetzt.

Nach Druck aus der Automobilindustrie schlug die Europäische Kommission im Dezember vor, die CO₂-Emissionen von Neuwagen und Lieferwagen bis 2035 um 90 Prozent gegenüber 2021 zu senken. Ursprünglich war eine Null-Emissions-Vorgabe für alle Neufahrzeuge vorgesehen.

T&E bezeichnete den Vorschlag als den größten Rückzug der Union von ihrer grünen Politik in den vergangenen Jahren. Dadurch könne der Verkauf von Fahrzeugen mit hohen Emissionen fortgesetzt werden, zu einem Zeitpunkt, an dem chinesische Hersteller bei batterieelektrischen Modellen erhebliche Fortschritte erzielen.

Die Kommission erklärte hingegen, die Änderungen würden den Absatz von Elektroautos fördern und den Herstellern innerhalb von drei Jahren Einsparungen von rund 2,1 Milliarden Euro ermöglichen, die in Innovationen investiert werden könnten.

Laut dem Bericht von T&E könnten Hersteller nach 2035 zwischen fünf und 50 Prozent ihrer Fahrzeuge ohne Elektroantrieb verkaufen, wobei ein Anteil von rund 15 Prozent als wahrscheinlich gilt. Zugleich warnt die Organisation, dass die CO₂-Emissionen des Straßenverkehrs zwischen 2025 und 2050 um etwa zehn Prozent höher ausfallen würden als unter den bislang geltenden, strengeren Regeln.

(reuters, max)