Russland erwartet Welt ohne Atomwaffenkontrolle
Nach dem Auslaufen des New-START-Abkommens Ende dieser Woche sieht sich Russland bereit für eine Welt ohne Beschränkungen der Atomwaffenkontrolle. Das erklärte der russische Vertreter für Rüstungskontrolle am Dienstag.
Sofern Moskau und Washington nicht in letzter Minute eine bilaterale Vereinbarung erzielen, läuft der START-Vertrag, der 2010 von US-Präsident Barack Obama und dem damaligen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew unterzeichnet wurde, am 5. Februar aus.
„Das Ausbleiben einer Antwort ist auch eine Antwort“, sagte der stellvertretende Außenminister Sergej Rjabkow in Peking der staatlichen Nachrichtenagentur TASS mit Blick auf die fehlende Reaktion Washingtons auf russische Vorschläge zur Verlängerung der Obergrenzen des New-START-Vertrags.
Russland sei bereit für eine neue Realität, in der die beiden größten Atommächte der Welt erstmals seit Jahrzehnten keinen Beschränkungen mehr unterlägen, erklärte Rjabkow und fügte hinzu, Moskau unterstütze die Haltung Chinas zur Rüstungskontrolle.
Mit Blick auf den Iran sagte er, die Vorschläge der Vereinigten Staaten kämen Ultimaten gleich. Zudem äußerte er sich zu den Entwicklungen rund um die Insel Grönland. Sollten die USA dort eine Reihe von Raketenabwehrsystemen installieren, müsse Russland nach eigener Darstellung militärische Ausgleichsmaßnahmen ergreifen.
(reuters, max)