|   2026-02-05 11:38:43

Piusbruderschaft kündigt neue Bischofsweihen an

Die Priesterbruderschaft Pius X. hat die Weihe neuer Bischöfe angekündigt. Der Vatikan reagierte bislang zurückhaltend auf die Ankündigung. Bischofsweihen sind in der katholischen Kirche nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Papstes erlaubt. Die Bruderschaft wurde 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet. Sie lehnt einige Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils ab und hat seit 1975 innerhalb der katholischen Kirche keinen klaren rechtliche Status mehr.

Im Jahr 1988 spendete Erzbischof Lefebvre den Priestern Richard Williamson, Alfonso de Galarreta, Bernard Tissier de Mallerais und Bernard Fellay illegal die Bischofsweihe. Nach katholischem Kirchenrecht führten die unerlaubten Weihen zur Exkommunikation aller Beteiligten. Papst Johannes Paul II. sprach damals von einem schismatischen Akt, ein formelles Schisma wurde vom Heiligen Stuhl jedoch nie festgestellt. Am 21. Januar 2009 hob Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation auf und leitete damit eine Phase der Annäherung ein. Auch Papst Franziskus kam der Bruderschaft entgegen, indem er allen Priestern für das Heilige Jahr der Barmherzigkeit 2016 die weltweite Beichterlaubnis erteilte.

Die jetzige Ankündigung neuer Bischofsweihen birgt die Gefahr einer neuen Spaltung. Eine illegale Weihe würde erneut zur Exkommunikation der Beteiligten führen, sofern es nicht zuvor zu einer Einigung kommt. Dazu bedarf es keines Urteils eines Kirchengerichts, da die Strafe grundsätzlich unmittelbar mit der Tat eintritt. Vor der illegalen Bischofsweihe im Jahr 1988 hatte es Gespräche zwischen dem Vatikan und der Bruderschaft gegeben, eine Einigung scheiterte jedoch. Der Vatikan bestätigte nun, dass es in der kommenden Woche zu einem Treffen zwischen dem Präfekten des Glaubensdikasteriums, Kardinal Víctor Manuel Fernández, und dem Generaloberen der Piusbrüder, Davide Pagliarani, kommen soll. Das bestätigte Papstsprecher Matteo Bruni am Mittwochabend gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

„Das Treffen ist eine gute Gelegenheit für einen informellen und persönlichen Dialog, der dazu beitragen soll, wirksame Instrumente für den Austausch zu identifizieren, die zu positiven Ergebnissen führen können“, sagte Bruni. Ferner traf sich Papst Leo XVI. kurzfristig mit den zuständigen Dikasterienleitern im Vatikan, um die Lage zu erörtern.

(pw)