Bundesregierung setzt bei nur 27 Prozent Füllstand in den Gasspeichern auf LNG
Die Füllstände der Gasspeicher sinken weiter und liegen heute bei 27,37 Prozent. Das entspricht einer Energiemenge von 68,74 Terawattstunden (TWh). Der Tagesverbrauch beträgt derzeit 3,78 TWh. Da der Gasimport nach Deutschland täglich 3,33 TWh erreicht und zugleich 0,75 TWh exportiert werden, leeren sich die Speicher um 0,3 Prozent. Rechnerisch reichen die Reserven damit noch 90 Tage, sofern die Rahmenbedingungen unverändert bleiben. Mildere Temperaturen im Westen und Süden des Landes entspannen die Lage deutlich, doch bei einer neuen Kältewelle könnte sich die Situation noch einmal verschärfen.
Befürchtungen, es könnte noch zu einer Gasmangellage kommen, die zunächst Beschränkungen für die Industrie erforderte, werden vom Bundeswirtschaftsministerium und von der Bundesnetzagentur zurückgewiesen. Die Bundesnetzagentur hatte die Versorgungslage mit Erdgas erst vor Kurzem als stabil bezeichnet. Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, dass ausreichend schwimmende Flüssiggasterminals für die Versorgung zur Verfügung stünden. Die gut ausgebaute LNG-Infrastruktur ermögliche neben der bestehenden und sicheren Hauptversorgung durch norwegisches Pipelinegas die notwendigen Importe nach Deutschland, betont das Ministerium. Ob das gelingt, wird sich im April zeigen. Das große Zittern hat derweil in Bayern begonnen, wo die Füllstände der Gasspeicher mit 19,9 Prozent inzwischen einen kritischen Wert erreicht haben.
Derweil kritisieren die Grünen das Bundeswirtschaftsministerium wegen der niedrigen Füllstände in den deutschen Gasspeichern. Die Partei hat eine Sondersitzung des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie unter Anwesenheit von Ministerin Katherina Reiche (CDU) beantragt. „Ministerin Reiche macht ihren Job nicht“, sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner der Deutschen Presse-Agentur. „Das Ministerium wiegelt ab. Man hofft aufs Wetter, doch die Lage ist angespannt.“
Auch Sebastian Heinermann, Geschäftsführer des Verbandes der Speicherbetreiber INES, macht neben den kalten Temperaturen die Politik für die Misere verantwortlich: „Man darf sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Speicherbefüllung vor dem Winter 2025/26 unzureichend war. Die aktuellen Mechanismen sichern die Versorgungssicherheit nicht ausreichend“, sagte er der Stuttgarter Zeitung. Über das Gasspeichergesetz hätte die Bundesregierung die Möglichkeit gehabt, staatliche Instrumente einzusetzen und höhere Füllstände sicherzustellen.