|   2026-02-10 13:49:11

Krisen kosteten Deutschland seit 2020 eine Billion Euro

Durch die multiplen Krisen der vergangenen Jahre hat Deutschland seit 2020 einen Ausfall der Wirtschaftsleistung von rund einer Billion Euro hinnehmen müssen. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln errechnet. In einer Studie unter Federführung von Michael Grömling untersuchte das Institut die ökonomischen Kosten der Krisen in Deutschland und bezifferte sie entsprechend.

Pro Erwerbstätigem entspricht der kumulierte Ausfall einem Wertschöpfungsverlust von deutlich über 20.000 Euro. Ursache seien die Corona-Maßnahmen, die Folgewirkungen des Kriegs in der Ukraine sowie die konfrontative Politik der USA, teilte das IW mit. Der Gesamtausfall pro Erwerbstätigem über die vergangenen sechs Jahre entspreche damit rund einem Fünftel der durchschnittlichen Jahresleistung einer wirtschaftlich aktiven Person in Deutschland in diesem Zeitraum.

Allein ein Viertel des Ausfalls entfalle auf das vergangene Jahr, da die anhaltende Stagnation einen Rekordwert an Einbußen von 235 Milliarden Euro mit sich gebracht habe. Die gesamtwirtschaftliche Leistung in Deutschland habe damit auch 2025 das Niveau von 2019 kaum übertroffen. Nach den volkswirtschaftlichen Belastungen durch das politische Handling der Pandemie hätten vor allem die Folgen der russischen Invasion in der Ukraine und die damit einhergehenden geoökonomischen Verwerfungen die wirtschaftliche Entwicklung gelähmt. Die konfrontative Politik der neuen US-Regierung und die dadurch ausgelösten Umbrüche hätten die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr zusätzlich belastet, so das Kölner Institut.

Die laufende Dekade sei bislang von außergewöhnlichen Schocks und gewaltigen ökonomischen Anpassungslasten geprägt, die inzwischen das Belastungsniveau früherer Krisen deutlich überträfen, so Michael Grömling in seiner Studie. Darin nahm der Leiter der Forschungsgruppe Makroökonomie und Konjunktur eine Aktualisierung und Fortschreibung der gesamtwirtschaftlichen Produktionsausfälle infolge der Pandemie und vielfältiger geopolitischer Verwerfungen vor. Wie bereits in den vorhergehenden Berichten wurde auf eine Trennung und Zurechnung der Belastungen zu einzelnen Schocks verzichtet, da sich seit 2022 die Krisen und ihre ökonomischen Folgewirkungen überlagerten.

(iw/pw)