Estnischer Geheimdienst: Russland plant vorerst keinen NATO-Angriff
Der estnische Auslandsgeheimdienst geht davon aus, dass Russland in den kommenden zwei Jahren keinen direkten Angriff auf NATO-Staaten plant, seine Streitkräfte jedoch gleichzeitig systematisch erneuert und verstärkt.
Dem Bericht zufolge besteht Moskaus Hauptziel darin, die zunehmende Aufrüstung Europas einzuholen und anschließend zu bremsen, da der Kreml Europa grundsätzlich für fähig hält, innerhalb von zwei bis drei Jahren eigenständige Militäroperationen gegen Russland durchzuführen.
Russland versuche daher, den Prozess sowohl politisch als auch strategisch „zu verzögern und zu verhindern“.
Der Bericht verweist zudem auf eine rasch steigende Munitionsproduktion, die die Fortsetzung des Krieges in der Ukraine ermöglichen und zugleich Vorräte für künftige Konflikte schaffen soll. Im Falle eines Angriffs auf Estland würde Moskau laut Geheimdienst Drohnen gleichzeitig zu Lande, in der Luft und auf See einsetzen.
Das Dokument beleuchtet außerdem die Beziehungen zu den USA. Demnach täusche der Kreml laut estnischer Einschätzung Kooperationsbereitschaft vor, um Sanktionen zu lockern und eine für die Ukraine nachteilige Lösung durchzusetzen. Auch China spiele eine wichtige Rolle, da Moskau das Land als strategischen Partner gegen den Westen betrachte.
(reuters, pir)