Streitthema Transsexualität: Staatlich finanzierte Meldestelle warnt vor „rechtem“ Jugendpsychiater
Die Landeskoordinierungsstelle „Bayern gegen Rechtsextremismus“ (LSK) hat vor einer Veranstaltung mit dem bekannten Kinder- und Jugendpsychiater Alexander Korte gewarnt. Die LSK wird vom Bundesfamilienministerium sowie vom Bayerischen Familienministerium finanziell gefördert.
Korte wird vorgeworfen, dem affirmativen, also bestätigenden, Behandlungsansatz bei Transsexualität kritisch gegenüberzustehen. Besonders schwer wog offenbar die Tatsache, dass auch die katholische Wochenzeitung Die Tagespost die Veranstaltung beworben hatte. Als Grund wurde angegeben, dass sie auch in rechtsextremen Kreisen gelesen werde.
Aufgrund der Warnung wurde die Veranstaltung von der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen (ALP) aus der Liste der Lehrerfortbildungen gestrichen. Kortes Positionierung, so die Befürchtung, werde dazu führen, dass ein mutmaßlich rechtsextremes Publikum an der Veranstaltung teilnehmen könnte.
Der Jugendpsychiater war im vergangenen November in München als Referent auf der Jahrestagung des Vereins „Knotenpunkt. Begegnung verbindet e.V.“ aufgetreten. Im Fokus der Tagung stand die Entwicklung der Geschlechtsidentität bei Minderjährigen. Zwei Tage vor der Tagung hatte die ALP die Ankündigung der Veranstaltung von ihrer Webseite gelöscht. Ferner war sie damit von der offiziell gebilligten Liste für Lehrerfortbildungen gestrichen worden. Die ALP hatte den Veranstalter anschließend informiert, dass sie eine E-Mail von der LSK erhalten habe.
Als Begründung für die Löschung gab die ALP an, dass die Veranstaltung „in rechten Kreisen beworben wird“. Ferner teilte sie mit, dass man Veranstaltungen mit Dr. Korte künftig nicht mehr freischalten werde.
Alexander Korte wurde durch seine Warnungen bekannt, dass Transidentität durch soziale Medien zu einem Zeitgeistphänomen unter Jugendlichen gemacht worden sei. Jugendliche, die mit anderen Problemen zu kämpfen hätten, kämen dadurch auf die Idee, die Lösung ihrer Probleme könne in einem Geschlechtswechsel liegen.
Kritiker sehen es als bedenklich an, wenn sich eine staatliche Stelle mit der Erzwingung der Löschung von Veranstaltungen über den wissenschaftlichen Diskurs erhebt und bestimmte Ansichten für unerwünscht erklärt.
(dt/pw)