London, New York, Wien? Die Islamisierung westlicher Rathäuser scheint unaufhaltbar

In New York schwört ein muslimischer Bürgermeister auf den Koran, in Wien bringen sich islamisch geprägte Parteien bereits in Stellung. Die Islamisierung der Rathäuser ist scheinbar in vollem Gang.

Schwor seinen Amtseid auf den Koran: New Yorks erster muslimischer Bürgermeister Zoran Mamdani. Foto: John Lamparski/Getty Images

Schwor seinen Amtseid auf den Koran: New Yorks erster muslimischer Bürgermeister Zoran Mamdani. Foto: John Lamparski/Getty Images

Wien. Muslimische Bürgermeister sind im Westen kein Randphänomen mehr. Sie regieren Großstädte, prägen kommunale Politik und setzen neue symbolische Maßstäbe. Diese Entwicklung folgt keinem Zufall, sondern klaren Faktoren: Demografie, Wahlrecht, identitätspolitische Mobilisierung. Was in New York, London oder auch Hannover und Kiel Realität ist, wird auch Wien erreichen. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr ob, sondern wie weit dieser Prozess reicht – und was er für die staatliche Neutralität bedeutet.

Wien erfüllt alle strukturellen Voraussetzungen für eine baldige islamische Übernahme des Rathauses. Der muslimische Bevölkerungsanteil ist hoch, in einzelnen Bezirken bereits wahlentscheidend. In den Volksschulen stellen muslimische Kinder inzwischen die größte religiöse Gruppe. Prognosen gehen davon aus, dass in wenigen Jahrzehnten jeder dritte Wiener muslimischen Glaubens sein könnte. Diese Zahlen sind politisch relevant, weil Kommunalpolitik direkt auf Bevölkerungsstrukturen reagiert. Wohnbau, Schulorganisation, Vereinsförderung, Kulturpolitik und Sicherheitsfragen werden dort entschieden, wo politische Mehrheiten entstehen. Wer diese Felder politisch kontrolliert, organisiert Loyalitäten. Ein muslimischer Bürgermeister wäre in diesem Umfeld keine Überraschung, sondern die logische Zuspitzung einer bereits laufenden Entwicklung.

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New York: Symbolik statt Neutralität

Der internationale Wendepunkt liegt in New York City. Am 1. Januar 2026 legte Zohran Mamdani als erster muslimischer Bürgermeister der Stadt seinen Amtseid ab – demonstrativ auf den Koran. Diese Tatsache ist zentral. Es geht nicht um persönliche Religiosität, sondern um die bewusste Verknüpfung eines weltanschaulich neutralen Staatsamtes mit religiöser Symbolik.

Damit wurde eine Grenze verschoben. Der Bürgermeister der größten westlichen Metropole, die Stadt des Anschlags von 9/11 machte Religion nicht zur Privatsache, sondern zum sichtbaren Bestandteil staatlicher Repräsentation. Kritiker sprechen deshalb von Islamisierung – nicht im Sinne formaler Scharia-Gesetze, sondern als kulturelle und politische Verschiebung. Religiöse Rücksichtnahme gegenüber dem Islam wird zur neuen Norm, Kritik zur moralischen Grenzüberschreitung.

Die Scharia-Frage stellt sich dabei indirekt. Niemand erwartet islamisches Recht im Rathaus. Entscheidend ist etwas anderes: Wo religiöse Symbolik politisch legitimiert wird, entstehen Erwartungshaltungen. Forderungen nach Sonderregelungen, nach kultureller Rücksichtnahme und nach „Sensibilität“ bei Sicherheits- oder Integrationsfragen nehmen zu. Der Staat bleibt formal säkular, verliert aber faktisch an Durchsetzungsfähigkeit. Genau darin sehen Kritiker die eigentliche Gefahr.

Europa: Das Muster ist etabliert

Europa liefert die Blaupause. London wird seit 2016 von Sadiq Khan regiert, Hannover seit 2019 von Belit Onay (Grüne). In Rotterdam prägte Ahmed Aboutaleb über Jahre hinweg die Stadtpolitik. In allen Fällen verlief die Entwicklung ähnlich: anfängliche Euphorie über „Diversität“, später wachsende Spannungen rund um Sicherheitsfragen, religiöse Sonderwünsche und politische Rücksichtnahmen.

Faktisch haben sich in vielen Städten islamische Organisationen zu politischen Akteuren entwickelt und profitieren dabei nicht selten von staatlicher Förderung durch Steuergelder. Moscheevereine, Kulturvereine und Dachverbände mobilisieren geschlossen, formulieren konkrete Forderungen und reagieren empfindlich auf Kritik. Wer diese Strukturen hinterfragt, sieht sich rasch mit Rassismus- oder Islamophobie-Vorwürfen konfrontiert. In Deutschland erfassen inzwischen staatlich finanzierte Stellen vermeintliche Fälle von "Islamophobie". Das verändert politische Entscheidungsprozesse – unabhängig davon, welche Religion ein Bürgermeister persönlich ausübt. Politik wird vorsichtiger, Konflikte werden sprachlich entschärft, Prioritäten verschieben sich.

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Deutschland: Kiel als neues Beispiel

Auch in Deutschland setzt sich diese Entwicklung fort. In Kiel wurde mit Samet Yilmaz ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Der Grünen-Politiker gewann die Stichwahl mit 54,1 Prozent der Stimmen gegen einen parteilosen Gegenkandidaten, der von CDU, FDP und SSW unterstützt wurde.

Yilmaz ist kein unbeschriebenes Blatt. Im Sommer 2025 steht er unter Extremismusverdacht, weil er sich intensiv für eine ultranationalistische türkische Gruppierung und deren jährlichen "Türkischen Tag" in Kiel eingesetzt hatte. Laut Verfassungsschutzbericht wird dies Frühlingsfest der „Grauen Wölfen“ den Anhängern der rechtsradikalen Ülkücü-Bewegung zugeordnet. Besonders pikant ist, dass Yilmaz zu dem Zeitpunkt selbst für den Verfassungsschutz tätig ist und zwar ausgerechnet als Leiter des Referats "Auswertung für Extremismus mit Auslandsbezug", also eine Abteilung, die Extremisten aus dem Ausland beobachten und auf extremistische Bestrebungen hin analysieren soll. Yilmaz hatte für sie Partei ergriffen. Nach einer Sicherheitsüberprüfung durch das Innenministerium soll Yilmaz abgesetzt worden sein.

Er selbst sieht sich als Opfer einer Intrige, als Oberbürgermeister wurde er dennoch gewählt. Er steht für eine grüne Kommunalpolitik, die kulturelle Sensibilitäten stark betont, Konflikte eher moderiert als austrägt und Kritik an religiösen Milieus möglichst vermeidet. Kritiker sehen darin weniger Neutralität als strukturelle Rücksichtnahme. Kiel ist damit kein Sonderfall, sondern ein weiteres Beispiel dafür, wie sich kommunale Machtverhältnisse verschieben, ohne dass Religion offen im Titel geführt werden muss. Islamisierung zeigt sich hier nicht programmatisch, sondern im politischen Stil.

London: Wenn „Antisexismus“ plötzlich Burka-freundlich wird

Wie weit solche Verschiebungen gehen können, zeigt ein Detail aus London, das auf den ersten Blick banal wirkt, politisch jedoch viel aussagt. Bürgermeister Sadiq Khan setzte sich dafür ein, eine Bikini-Werbung in der Londoner U-Bahn zu verbieten. Begründung: Die Darstellung sei sexistisch. Das Verbot löste Proteste aus, unter anderem in Form eines satirischen Ballons, der Khan selbst im Bikini zeigte.

Der Bürgermeister reagierte gelassen und erlaubte den Protest. Doch der eigentliche Punkt liegt tiefer. Das Werbeverbot folgte einer Argumentationslinie, die im Westen zunehmend zu beobachten ist: Öffentliche Darstellung weiblicher Körper wird als problematisch markiert, nicht zuletzt aus Rücksicht auf religiöse Empfindlichkeiten. Was als feministischer Fortschritt verkauft wird, wirkt in der Praxis oft burka-kompatibel.

Hier zeigt sich ein zentrales Muster der Islamisierung: Nicht religiöse Vorschriften werden eingeführt, sondern westliche Normen schrittweise zurückgenommen. Der öffentliche Raum wird „sensibler“, „rücksichtsvoller“, „inklusiver“ – und damit zugleich ärmer an Freiheit. Niemand zwingt offen zur Verschleierung, aber Freizügigkeit wird moralisch delegitimiert. Der Effekt ist derselbe.

Wien: Der erste Testlauf läuft bereits

Wien ist von dieser Entwicklung nicht mehr weit entfernt. Mit Sali Attia trat bei der Wien-Wahl im April 2025 erstmals eine offen muslimische Kandidatin mit klar identitätspolitischem Programm als Bürgermeisterin an – über die Kleinpartei Soziales Österreich der Zukunft SÖZ. Attia kandidierte zuvor für die antizionistische „Liste GAZA“, die Israel Völkermord vorwirft und den Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023 ausblendet.

Das SÖZ fordert unter anderem einen offiziellen Feiertag zum Ende des Ramadan, öffentliche Eid-Feste am Rathausplatz, Ramadan-Beleuchtung im öffentlichen Raum Und zusätzliche staatliche Fördermittel für Muslime.

Diese Forderungen sind politisch eindeutig religiös motiviert. Sie zielen nicht auf Integration innerhalb bestehender Strukturen ab, sondern auf deren Umgestaltung. Auch wenn diese Parteien derzeit keine Mehrheit erreichen, markieren sie einen Trend. Islamisierung beginnt nicht mit Gesetzen, sondern mit Symbolen, Forderungen und politischer Gewöhnung. Was heute als Randforderung gilt, kann morgen Teil eines Koalitionskompromisses sein.

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Michael Ludwig: Anbiederung ohne Wirkung

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) steht dabei unter besonderer Beobachtung. Kritiker werfen ihm seit Jahren vor, islamischen Migranten gegenüber besonders nachgiebig zu agieren – bei Vereinsförderungen, Symbolfragen und integrationspolitischer Rhetorik. Diese Strategie folgt einem bekannten Muster: Konfliktvermeidung durch Anpassung.

Doch internationale Erfahrungen zeigen, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Für identitätspolitisch mobilisierte muslimische Wähler wird Ludwig trotz aller Anbiederung nie „ihr“ Kandidat sein. Im Gegenteil: Wer religiöse Milieus politisch bedient, stärkt langfristig nicht die politische Mitte, sondern jene Parteien, die diese Identität offen und exklusiv vertreten. Die etablierten Parteien verlieren Profil, die Ränder gewinnen an Klarheit.

Die Islamisierung der Rathäuser ist keine polemische Behauptung, sondern eine beobachtbare Entwicklung. Sie erfolgt schrittweise: über Demografie, Mobilisierung und Symbolpolitik. Nicht durch Scharia im Gesetzbuch, sondern durch kulturelle Verschiebung und politische Rücksichtnahme. Wien wird sich dieser Realität stellen müssen. Die Frage ist nicht, ob ein muslimischer Bürgermeister kommt – sondern ob der Staat stark genug bleibt, neutral zu handeln, wenn er kommt.